Bild nicht mehr verfügbar.

Auch das weichste Lebkuchenherz wird einmal hart.

Foto: APA

Wien - Wer sein Geld nicht vom Automaten abhebt, sondern einen Schalterbediensteten für eine Barauszahlung von seinem Konto bemüht, kann in Österreichs Geldinstituten böse Überraschungen erleben. Nicht nur die Wartezeit vor den üblicherweise spärlich besetzten Kassen ist meist eine längere, neuerdings wird auch zur Kassa gebeten, wer Geld von seinem eigenen Girokonto abhebt.

Bei der Bank Austria (BA) waren es schlanke 2,47 Euro, die unter dem Titel "Buchungsentgelt für Barauszahlung" vom Konto abgebucht wurden. Mit dieser Maßnahme, die notorischen Auto- und Bankomat-Kunden kaum geläufig ist, verteuerte sich die gemeine spesenfreie Bankdienstleistung um stattliche 3,29 Prozent - ohne dass der Kunde auf die Extrakosten hingewiesen wurde.

Der Grund für den Aufschlag: Die Auszahlung der begehrten 300 Euro erfolgte wunschgemäß teils in Hartgeld, teils in Euro-Scheinen, wobei aber nur 75 Euro in Ein- und Zwei-Euro-Münzen abgehoben wurden. Es sollte ja ein Adventkalender mit Bargeld versüßt werden. Der "Hartgeldwechsel an der Kassa , so heißt der Vorgang im Bankjargon, kostet. "Seit Jahren", rechtfertigt man sich bei der BA. Im Übrigen sei der Kunde billig davon gekommen, denn normalerweise würden fünf Prozent verrechnet, mindestens 2,18 Euro, maximal 10,90 Euro.

Ein Kind müsste man sein, da verlangt die BA für den Hartgeldwechsel nichts. Oder Bawag-Kunde. Dort kostet er nur 52 Cent. Oder bei der Erste Bank, dort verweist man an den Filialleiter (und der macht es gratis). Noch besser: Man sammelt das Kleingeld im Sparstrumpf. Bringt keine Zinsen, aber auch keine Spesen. (ung, DER STANDARD, Printausgabe, 5.1.2010)