Laxenburg/Wien - Die am wenigsten entwickelten Länder der Welt brauchen nicht irgendwann, sondern ab sofort finanzielle Hilfe, um die Folgen des Klimawandels bewältigen zu können. Das geht aus einer in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlichten Studie hervor, die vom Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg in Zusammenarbeit mit der südafrikanischen University of Cape Town und sechs weiteren Organisationen aus Afrika, den Vereinigten Staaten und Europa erstellt wurde.

Das Team um Anthony Patt von der IIASA hat sich im Detail Mosambik als eines der am wenigsten entwickelten Länder angesehen und Klimamodelle mit einer hohen Auflösung erstellt. Im Vergleich mit historischen Daten über Klima und vor allem auch extremen klimatischen Ereignissen errechneten die Experten dann die zu erwartenden Ausfälle für die kommenden 50 Jahre. In einem weiteren Schritt wurden die Ergebnisse von Mosambik dann generalisiert und auf die Verhältnisse in anderen armen Ländern umgelegt.

Bisherige Hilfe reicht nicht

Ohne sich auf konkrete Zahlen festzulegen, sind die Autoren überzeugt, dass es schon jetzt eine erhebliche Lücke zwischen den Summen gibt, die die Länder als Hilfe erhalten, und jenen, die nötig sind, um die Folgen des Klimawandels bewältigen zu können. Und das Problem wird sich bis 2030 dramatisch verschärfen. Experten hätten sich bei einschlägigen Studien zur finanziellen Hilfe für diese Staaten bisher diesbezüglich nicht festgelegt oder seien davon ausgegangen, dass das Problem "Kosten des Klimawandels" erst nach und nach schlagend wird, so die IIASA-Forscher.

Erst im zweiten Viertel dieses Jahrhunderts könnte die sozioökonomische Entwicklung in den ärmsten Staaten in der Lage sein, die Ausfälle durch die Klimaveränderungen aufzufangen, so die Wissenschafter weiter. Bis dahin werden für die diese Länder sowohl die sozioökonomische Entwicklung als auch die Klimaprobleme zu den Schwachpunkten gehören. (APA)