München - In der Aufarbeitung der Hypo-Affäre will die Münchner Staatanwaltschaft einen höheren Gang einlegen. So wurde personell kräftig aufgestockt, statt bisher drei arbeiten nun sieben Mitarbeiter an der BayernLB-Hypo-Geschichte, erklärte die Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger am Montag.

Allerdings mahlen die Mühlen der Justiz dennoch langsam, und das offenbar vor allem in Österreich. Es fehlten noch Unterlagen, die im Oktober bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt wurden, zitiert die österreichischen Tageszeitung "Die Presse" Stockinger. Einer der Betroffenen habe gegen die Herausgabe der Daten Beschwerde eingelegt, wer dies sei, verriet die Oberstaatsanwältin aber nicht. Nichtsdestotrotz handle es sich um wichtige Unterlagen.

Schmidt verdächtig

Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt derzeit den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt, die österreichische Bank Hypo Alpe Adria zu einem überhöhten Kaufpreis gekauft zu haben. Schmidt sei der einzige Beschuldigte, aber die Ermittlungen konzentrierten sich nicht nur auf ihn, sagte Stockinger. "Man muss sehen, was sich ergibt", sagte die Staatsanwältin. Schmidt sei am Mittwoch vor Weihnachten vernommen worden. Es seien aber auch andere Personen vernommen worden. Die Ermittlungen würden mit Nachdruck vorangetrieben. Für Schmitdt gilt die Unschuldsvermutung.

Zu einer österreichischen Pressemeldung, wonach eine Verhaftung des ehemaligen Hypo-Alpe-Adria-Chefs Tilo Berlin bevorstehen könnte, wollte sich Stockinger nicht äußern. Die Staatsanwaltschaften in München und Klagenfurt arbeiteten zusammen, sagte sie lediglich. (APA/red)