Wien - Das neue Jahr wird weitere Zulassungsbeschränkungen an den Universitäten in Österreich bringen. Geht es nach den Universitätsleitungen, werden ab Herbst mehr Studienrichtungen beschränkt. Derzeit ist das nur bei Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Psychologie möglich.

Friedrich Faulhammer, Generalsekretär des Wissenschaftsministeriums, berichtete im Ö1-Abendjournal von neuen Anträgen: "Derzeit haben wir Anträge vom Studium Publizistik, also Kommunikationswissenschaften, dann von der Wirtschaftsuniversität Wien und zwei Anträge betreffend Architektur." Beim Antrag der Wiener WU handelt es sich laut Ö1 um die Studienrichtungen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Wirtschaftsrecht. Eine der beiden Anfragen betreffend Beschränkungen des Architektur-Studiums stammt von der Technischen Universität Wien.

Aufgabe für neuen Minister?

Im Wissenschaftsministerium rechnet man mit weiteren Anträgen der Unis, entschieden wird im Jänner, erklärte Faulhammer. Welche Studien die Zugangsbeschränkungen genehmigt bekommen, könnte eine der ersten Amtshandlungen des neuen Ministers oder der neuen Ministerin werden. Das Wissenschaftsministerium müsse erst prüfen, ob die gesetzlichen Voraussetzungen tatsächlich vorliegen.

Hintergrund: Eine Zugangsbeschränkung wird von Wissenschaftsministerium und Bundesregierung nur dann genehmigt, wenn sie von alle Universitäten in ganz Österreich beantragt wird, die das entsprechende Fach anbieten. Schon jetzt beginnen nach Angaben des Wissenschaftsministeriums 42 Prozent der Studierenden ihr Studium mit einem Aufnahmeverfahren. Zugangsbeschränkungen gibt es - neben den oben genannten medizinischen Studien - bereits an den Fachhochschulen, den pädagogischen Hochschulen und den Kunstunis. (red, derStandard.at, 4.1.2010)