Oslo - Vor über 100 Jahren verband den norwegischen Dichter Knut Hamsun (1859-1952, Träger des Literaturnobelpreises von 1920) eine stürmische Liebesgeschichte mit Julie Amanda Lous. Lous, eine Klavierlehrerin aus Kristiansund, starb 1963. Sie hatte niemals geheiratet. Ihr Neffe übergab das Briefpäckchen 1960 der Nationalbibliothek in Oslo mit der Auflage, dass die Briefe 50 Jahre lang versiegelt bleiben müssten. Nun sind die Briefe offiziell zugänglich gemacht worden.

Kulturministerin Anniken Huitfeldt brach am Montag die Siegel an einem Briefpäckchen, und mehrere Hamsun-Experten versicherten schnell, dass der Dichter die Briefe in den Jahren 1891 und 1892 schrieb. Seinen Durchbruch als Autor erlebte Hamsun 1890 mit seinem Werk "Hunger", das oft als der erste moderne Roman in Norwegen überhaupt angesehen wird. Hamsun beendete die Liaison mit Lous, die er Lulli nannte, im April 1892. Das Päckchen enthält auch Lous' eigene Kommentare. "Wir wissen eine ganze Menge über Hamsuns Beziehungen zu Lulli, aber es ist doch interessant, ihre eigene Sicht der Verbindung zu erfahren", sagte Hamsuns Biograf Ingar Sletten Kolloen zur Zeitung "Aftenposten". (APA)