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Lehrstunde für Jürgen Melzer von der Nummer 285 der Weltrangliste.

Foto: REUTERS/Tim Wimborne

Österreichs Tennis-Topspieler haben einen rabenschwarzen Saisonstart erlebt. Nach Sybille Bammer am Sonntag ist am Dienstag auch Jürgen Melzer beim Hartplatz-Turnier in Brisbane bereits in der Auftaktrunde ausgeschieden. Der als Nummer sechs gesetzte Niederösterreicher musste sich dem australischen Qualifikanten Matthew Ebden überraschend klar in zwei Sätzen mit 5:7,1:6 geschlagen geben.

Sensation nach rund einer Stunde perfekt

Im ersten Spiel seit seinem Wien-Triumph am 1. November 2009 hielt der Deutsch-Wagramer den ersten Satz noch offen, ein Break reichte dem Lokalmatador aber zum Gewinn des ersten Satzes. Danach war Melzer chancenlos, nach etwas mehr als einer Stunde durfte sich der 22-jährige Weltranglisten-285. im ersten Duell mit dem Österreicher bereits über die Sensation freuen. Österreichs Nummer eins erlitt damit auf dem angestrebten Weg in die Top-20 gleich zu Beginn einen Rückschlag, im Vorjahr war er beim Saisonauftaktturnier zumindest noch ins Achtelfinale vorgestoßen.

Das Turnier ist für Melzer aber noch nicht beendet, vermutlich am Mittwoch geht es im Doppel mit seinem deutschen Partner Philipp Petzschner im Viertelfinale gegen die Sieger der Paarung Michael Llodra/Andy Ram (FRA/ISR-3) - Peter Luczak/Joseph Sirianni (AUS). Nicht mehr im Turnier ist hingegen Julian Knowle, der bei seinem ersten Auftritt im neuen Jahr mit seinem schwedischen Neo-Kollegen Robert Lindstedt, als Nummer zwei gesetzt, gegen die Franzosen Jeremy Chardy/Marc Gicquel mit 6:3,6:7(4),4:10 den Kürzeren zog.

Melzer hat im Einzel in der kommenden Woche in Auckland noch eine Chance, vor den Australian Open seine Form zu finden. Das Tennis-Center in Auckland, in dem in dieser Woche ein Damen-Turnier stattfindet, wurde am Dienstag übrigens aus Sicherheitsgründen evakuiert, nachdem eine unbeaufsichtigte Tasche gefunden worden war. "Wir haben mit dem Besitzer gesprochen, es wurde nichts Gefährliches gefunden", sagte Inspektor Kerry Watson. Nach 20 Minuten konnten die Spiele fortgesetzt werden.

Proteste

Vor der Halle hatten auch zehn Personen gegen die schlechte Behandlung von Palästinensern in Israel sowie gegen die Teilnahme von Shahar Peer  protestiert. Laut Polizei habe es aber keine Verbindung der beiden Aktionen gegeben. Die Israelin zeigte sich jedenfalls unbeeindruckt und feierte einen klaren 7:5,6:3-Erstrundenerfolg gegen die Slowenin Polona Hercog. "Ich mag dieses Turnier, es ist unverständlich, dass jemand glaubt, dass es meine Schuld ist, dass es Probleme auf der Welt gibt", sagte Peer, die auch schon in der vergangenen Saison mit ähnlichen Protesten in Auckland konfrontiert war.  (APA)