Markus Heitz: "Die Zwerge" (Piper 2003)

Coverfoto: Piper

München - Wer denkt bei Zwergen noch an putzige kleine Gesellen mit Zipfelmütze? In der Fantasy jedenfalls niemand, da hat sich längst das von J.R.R. Tolkien entscheidend mitgeprägte Bild von axtschwingenden, bärbeißigen Kämpfertypen durchgesetzt. Eine Reihe von AutorInnen hat sich den Umstand zunutze gemacht, dass die überaus populären Figuren bei Tolkien nur eine Nebenrolle spielten, ihr Potenzial damit aber noch nicht ausgeschöpft war.

Im deutschen Sprachraum hat dies am erfolgreichsten der Homburger Autor Markus Heitz getan. Sein 2003 begonnenes und mittlerweile vier Bände umfassendes "Zwerge"-Epos wurde zu einem großen kommerziellen Erfolg und mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Die ziemlich blutige Reihe dreht sich um das von Gebirgswällen umgebene "Geborgene Land", in dem Menschen, Elben und Zwerge in getrennten Herrschaftsbereichen leben - bis Invasoren aus der Außenwelt das Land bedrohen. Tungdil Bolofar, einem Zwerg und Findelkind, fällt die Rolle zu, die Bewohner des Landes wieder in Kontakt zueinander zu bringen und gegen die Invasion zu vereinen - diesmal unter der Ägide der Zwerge.

Eine Verfilmung fürs Fernsehen ist in Planung, zunächst steht aber eine Art Bühnenversion auf dem Programm. Der Schauspieler Johannes Steck, der auch die Hörbuch-Versionen der "Zwerge"-Romane eingelesen hat, wird elfmal (von 9. bis 21. Februar) im Münchner Theaterzelt "Das Schloss" Lesungen halten, die musikalisch begleitet werden. Für den zum martialischen Inhalt passenden donnernden Soundtrack sorgt die Mittelalter-Band Corvus Corax, die derzeit noch mit der Rock-Oper "Excalibur" auf Tour ist. (red)