Abuja - Nigeria hat sich gegen die verschärften Sicherheitskontrollen für seine Landsleute bei Flügen in die USA gewehrt. Die genaueren Überprüfungen seien "ein nicht akzeptables Neujahrsgeschenk", sagte der Außenminister des am stärksten bevölkerten afrikanischen Landes, Ojo Maduekwe, am Dienstag dem dortigen US-Botschafter.

Die USA haben als Konsequenz aus dem gescheiterten Flugzeuganschlag auf einen Transatlantikflug am ersten Weihnachtsfeiertag die Sicherheitskontrollen für Passagiere aus 14 Staaten verschärft. Der 23 Jahre alte Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab soll Sprengstoff in seine Unterhose eingenäht und versucht haben, die Bombe auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit zu zünden.

Fluggäste, die etwa aus Nigeria, dem Jemen, Pakistan, Afghanistan und Saudi-Arabien in die USA einreisen wollen, müssen sich seit Montag vor dem Abflug abtasten lassen. Zudem werde ihr Handgepäck durchsucht, hieß es am Sonntag in US-Regierungskreisen. Auch eine weitergehende Überprüfung auf den Kontakt mit Sprengstoff und die Durchleuchtung im Nacktscanner seien möglich. Auch Passagiere aus anderen Staaten müssen sich auf vermehrte Zufallskontrollen einstellen.

Nigeria fordert zudem die Streichung von einer Terrorliste, die Washington als Folge des vereitelten Anschlags auf eine US-Passagiermaschine am ersten Weihnachtstag aufgestellt hat. Nigeria sei kein "terroristisches Land", sagte Justizminister Michael Aondoaaka am Dienstag in Abuja. Der Versuch eines Nigerianers, das US-Flugzeug in die Luft zu sprengen, sei ein "Einzelfall". Dies mache nicht aus allen Nigerianern "Kriminelle". Aondoaaka zeigte sich "zutiefst überzeugt", dass er die USA dazu bewegen könne, sein Land wieder von der Liste zu nehmen.

Die US-Regierung hatte am Wochenende eine Liste von 14 Ländern aufgestellt, die nach Einschätzung Washingtons Verbindungen zum Terrorismus haben. Neben Nigeria stehen unter anderem Jemen, der Iran und Syrien auf der Liste. Menschen aus diesen Ländern müssen bei Reisen in die USA deutlich schärfere Sicherheitskontrollen durchlaufen.

Am 25. Dezember hatte ein 23-jähriger Nigerianer an Bord einer in Amsterdam gestarteten Maschine der US-Fluggesellschaft Northwest Airlines versucht, vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden. Er wurde von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt. Zu dem vereitelten Attentat bekannte sich der Al-Kaida-Ableger im Jemen. (APA/AFP/Reuters)