Teheran - Seit der blutig niedergeschlagenen Demonstration der Opposition Ende Dezember haben die iranischen Behörden mehr als 90 Oppositionsmitglieder festgenommen. Die oppositionelle Internetseite Rahesabs veröffentlichte am Mittwoch eine Liste mit 92 Namen Festgenommener, darunter zehn Mitarbeiter von Oppositionsführer Mir-Hossein Moussavi, 17 Journalisten und zwölf Mitglieder der Religionsgemeinschaft der Baha'i.

Ex-Ministerpräsident Jasi angeblich inhaftiert

Unter den prominenten Inhaftierten ist den Angaben zufolge auch der frühere Ministerpräsident Ibrahim Jasi. Auch drei Mitarbeiter von Ex-Präsident Mohammed Khatami und ein Vertreter der Bewegung des früheren Parlamentspräsidenten Mehdi Karroubi würden festgehalten. Außerdem seien in mehreren Städten des Landes mindestens 94 Studenten festgenommen worden, vor allem in der Stadt Mashhad im Norden des Iran.

Für die Bahá'í-Religionsgemeinschaft in Österreich lassen die jüngsten Ereignisse im Iran Schlimmes für jene sieben führenden Bahá'í befürchten, denen am kommenden Dienstag der Prozess gemacht werden soll.

Baha'i: "Absurde Unterstellungen"

"In den letzten Tagen behaupteten der iranischen Regierung nahe stehende Medien völlig haltlos, Bahá'í würden sich unter jenen Gruppen befinden, die Unruhe im Lande schüren", sagte Ottilie Käfer, Pressesprecherin der Bahá'í-Religionsgemeinschaft in Österreich, in einer Aussendung am Mittwoch. "Jeder, der Bahá'í und die Schriften des Bahá'í-Glaubens kennt, weiß wie absurd derartige Unterstellungen sind", betonte Frau Diane Ala'i, Repräsentantin, der Internationalen Bahá'í-Gemeinde bei den Vereinten Nationen in Genf.

Der im 19. Jahrhundert von Bahá'u'lláh (1817-1892) im damaligen Persien gestiftete monotheistische Bahá'í-Glaube lehrt die grundlegende Einheit der Religionen und die Einheit der Menschheit in ihrer Vielfalt. Weltweit zählt diese jüngste Weltreligion über 5,5 Millionen Anhänger. (APA/AFP)