Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei gutem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 2,13 Punkte oder 0,08 Prozent auf 2.588,49 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 18 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.606 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York -0,25 Prozent, DAX/Frankfurt +0,30 Prozent, FTSE/London +0,13 Prozent und CAC-40/Paris +0,50 Prozent.

Der Handelstag verlief an den europäischen Märkten über weite Strecken sehr ruhig. Mangels marktrelevanter Unternehmensnachrichten sorgten auch am heimischen Börsenplatz Konjunkturdaten für Kursimpulse. Der Leitindex ATX kletterte im frühen Geschäft auf sein Tageshoch, das er im Handelsverlauf behaupten konnte. Erst im späten Geschäft erlebte der ATX eine Trendumkehr und drehte noch ins Minus.

US-Arbeitsmarktzahlen enttäuschen

Die zum Wochenschluss vorgelegten Dezember-Zahlen zum US-Arbeitsmarkt haben die Marktteilnehmer enttäuscht. Während Volkswirte mit einem Ende des Stellenabbaus gerechnet haben, sind zum Jahresschluss weitere 85.000 Jobs der Krise zum Opfer gefallen. Die internationalen Börsen reagierten auf das Zahlenwerk mit Kursabgaben, einige Märkte drehten sogar ins Minus.

Unter den Einzelwerten rückten die Papiere des Versorgers Verbund in den Fokus. Der österreichische Stromkonzern will seine Kapazitäten in der Türkei massiv ausweiten. Das gemeinsam mit der türkischen Sabanci Holding geführte Joint-Venture Enerjisa Enerji Uretim soll die Stromkapazität in der Türkei von derzeit 455 Megawatt auf 5.000 Megawatt bis 2015 ausbauen.

Die Aktienexperten der Investmentbank Goldman Sachs haben indessen ihr Kursziel für die Verbund-Titel von 40 auf 38 Euro nach unten revidiert, ihre Anlageempfehlung "Neutral" jedoch bestätigt. Verbund-Anteile, die im Verlauf noch in der Gewinnzone notiert hatten, drehten bis Handelsschluss ins Minus und verloren 0,32 Prozent auf 30,80 Euro.

OMV, Andritz, RI tiefer

Nach unten gezogen wurde der Index vor allem von Abgaben bei OMV (minus 1,82 Prozent auf 31,29 Euro), Wienerberger (minus 0,65 Prozent auf 13,80 Euro) und Andritz (minus 1,38 Prozent auf 42,80 Euro). Auf den Verkaufslisten der Investoren standen auch Raiffeisen International, die mit einem Minus von 1,12 Prozent bei 41,60 Euro ins Wochenende gingen.

Mit positivem Vorzeichen konnten sich hingegen Erste Group präsentieren, sie stiegen 1,18 Prozent auf 27,43 Euro. Stärkster Wert im prime market waren die Anteile des Feuerfestkonzerns RHI, die um 4,43 Prozent auf 18,15 Euro kletterten.

Deutlich war auch der Kursausschlag bei den Aktien des Internet-Wettanbieters bwin, die mit einem Minus von 1,51 Prozent bei 45,80 Euro aus der Sitzung gingen. Am Vortag waren die Titel mit einem Aufschlag von 6,31 Prozent Spitzenreiter unter den Aktien im prime market. Am Freitag wurden die Papiere zwischen 48,19 und 45,10 Euro gehandelt.

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag:

1. RHI AG +4,43 Prozent
2. KAPSCH TRAFFICCOM AG +2,83 Prozent
3. ECO BUSINESS-IMMOBILIEN AG +2,71 Prozent
4. SCHOELLER-BLECKMANN AG +2,54 Prozent
5. WARIMPEX FINANZ- UND BET. AG +2,27 Prozent
6. ZUMTOBEL AG +2,23 Prozent
7. A-TEC INDUSTRIES AG +1,90 Prozent
8. STRABAG SE +1,89 Prozent
9. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG +1,67 Prozent
10. IMMOFINANZ AG +1,51 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag:

1. WEBFREETV.COM MULTIMEDIA AG -7,50 Prozent
2. LINZ TEXTIL HOLDING AG -4,23 Prozent
3. MIBA AG VZ KAT. B -2,34 Prozent
4. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -2,30 Prozent
5. OMV AG -1,82 Prozent
6. BWIN INT. ENTERT. AG -1,51 Prozent
7. ANDRITZ AG -1,38 Prozent
8. RAIFFEISEN INT. BANK-HLDG AG -1,12 Prozent
9. SEMPERIT AG HOLDING -1,07 Prozent
10. FLUGHAFEN WIEN AG -1,02 Prozent

 (APA)