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Demo für die Homosexuellen-Ehe vor dem Parlament in Lissabon

Foto: epa/Pedro Pina

Lissabon -Im streng katholischen Portugal hat das Parlament in erster Lesung für die Einführung der Homosexuellen-Ehe gestimmt. Vier Monate vor einem geplanten Besuch von Papst Benedikt XVI. in dem Land votierte am Freitag eine Mehrheit der Abgeordneten für den Gesetzentwurf der regierenden Sozialisten. Dieser schließt allerdings aus, dass gleichgeschlechtliche Paare auch Kinder adoptieren. Grüne und kleinere Linksparteien hatten versucht, Homosexuellen auch dieses Recht einzuräumen. Gegen die Ehe für Homosexuelle stimmten die Konservativen.

"Dies ist ein historischer Tag im Kampf gegen die Diskriminierung und die Ungerechtigkeit in der portugiesischen Gesellschaft", sagte der sozialistische Ministerpräsident Jose Socrates. Er erinnerte daran, dass Homosexualität bis 1982 in Portugal strafbar war. "Das Gesetz soll Portugal einen, nicht entzweien", ergänzte er mit Blick auf den Widerstand der katholischen Kirche und der konservativen Opposition. Gegner der Gesetzes hatten eine Volksabstimmung über die Einführung der Ehe für Homosexuelle gefordert und dazu rund 90. 000 Unterschriften gesammelt.

"Ehe zweiter Klasse"

Homosexuellenverbände feierten den Ausgang der Abstimmung. Sie kritisierten aber auch, das Gesetz gehe nicht weit genug. Die Bewegung "Rosarote Panther" sprach wegen des Adoptionsverbots von einer "Ehe zweiter Klasse" und forderte ein Gesetz wie im benachbarten Spanien, wo die Homosexuellen-Ehe 2005 eingeführt wurde. Dort dürfen gleichgeschlechtliche Eheleute Kinder adoptieren.

Der Gesetzentwurf muss vor seiner endgültigen Verabschiedung noch in diversen Ausschüssen behandelt werden. Damit das Gesetz in Kraft tritt, muss es danach vom konservativen Präsidenten Anibal Cavaco Silva unterzeichnet werden. (APA)