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Die deutschen Ausfuhren legten im November im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent zu.

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Berlin/Wien - China läuft Deutschland den Rang ab. Zumindest was die Exporte betrifft. Die Deutschen haben 2009 zwischen Jänner und November Waren im Wert von 730 Milliarden ausgeführt, belegte das Statistische Bundesamt am Freitag. Chinas Exporte beliefen sich zugleich auf 746 Milliarden Euro, hatte die chinesische Zollbehörde kurz zuvor wissen lassen. Die beiden Nationen liefern sich beim Export seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen; oft war die Währungsentwicklung Zünglein an der Waage.

Produktüberschneidungen halten sich jedoch in Grenzen: China fertigt vor allem Konsumgüter wie Textilien, Spiel- und Elektrowaren. Die Deutschen versorgen die Welt mit Autos und Spezialmaschinen.

Auf dem Weg zur zweitgrößten Wirtschaftsnation

Experten erwarten, dass China heuer auch Japan abhängt und damit zur zweitgrößten Wirtschaftsnation hinter den USA aufsteigt. Die Deutschen sehen es pragmatisch: Ein reicheres China biete ihren Exporteuren schließlich gute Geschäfte. Tröstlich ist auch, dass sich die deutschen Ausfuhren generell erholten. Im November gewannen sie im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent. Die Außenhandelsbilanz weist einen Überschuss von 17,2 Mrd. Euro auf - so hoch wie seit Juni 2008 nicht.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Österreichs Exporten: Der Rückgang hat sich im Oktober nach vorläufigen Statistiken weiter abgeschwächt. Demnach sind die Ausfuhren im Jahresvergleich um 17,8 Prozent gesunken, im September lag das Minus noch bei 19,8 Prozent. Von Jänner bis Oktober 2009 betrug der Rückgang bei den Ausfuhren freilich satte 23 Prozent.

Harter Weg aus der Rezession

Dass die Rezession in der Eurozone überwunden scheint, darauf deutet der jüngste Ausblick des Ifo hin. Demnach stieg das reale Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone im dritten Quartal 2009 um 0,4 Prozent. Die Aussichten sind dennoch trübe. Im vierten Quartal soll es nur ein Plus von 0,3 Prozent gegeben haben. Heuer zeichnen sich fürs erste Halbjahr Zuwächse von 0,2 Prozent ab. Belastend wirkten die auslaufenden Impulse der Fiskalpolitik, restriktive Kredite, der raue Arbeitsmarkt. Industrielle investieren wenig, Angst um den Job bremse den Konsum. (APA, vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9./10.1.2010)