Vatikanstadt/Kairo - Besorgt über die Situation der Christen in Ägypten hat sich der Leiter des katholischen Informationsbüros in Heliopolis, Pater Rafik Greiche, geäußert. Der blutige Anschlag auf eine koptische Gemeinde in Nag Hammadi nach dem Weihnachtsfest habe Angehörige aller Konfessionen beunruhigt, sagte der katholische Priester laut der Vatikanzeitung "L'Osservatore Romano" (Freitag), wie Kathpress berichtet. Die Atmosphäre sei "bedrückender als je zuvor". Während sich die Christen in Kairo relativ sicher fühlten, herrsche auf dem Land ein anderes Klima.

Angriffe entstünden immer "aus einer Mischung von Religionshass und zufälligen Vorwänden", sagte Greiche. Er verwies auf die Ermordung eines Christen am vergangenen Osterfest in Hegaza. Dieser Vorfall habe sich unter ähnlichen Umständen ereignet wie die jüngste Bluttat von Nag Hammadi. Die Hetze auf die Kopten in Ägypten laufe nach einem gewissen Schema ab, hatte bei einer Pro-Oriente-Veranstaltung im Dezember in Wien der Journalist Victo Elkharat geschildert: böse Gerüchte über Kopten in die Welt setzen, den Mob aufhetzen mit der Parole "Christen beleidigen den Islam". Elkharat sieht die ägyptische Regierung hinter diesen Abläufen. (APA)