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Executive Searcher sind laut Personalverantwortlichen im Top-Segment voran

Foto: AP/Frank Augstein

Bei den wenigen Börsennotierten unter den Headhuntern im Vorstandsbereich war der Einbruch mit fast 45 Prozent im Vorjahr offensichtlich, weil meldepflichtig, beim Rest ein meist unwidersprochenes Ondit. Nun scheint allerdings laut jüngsten Umfragen die Trendwende da.

"Unternehmen mit Einstellungsstopp suchen jetzt Talente für neues Wachstum" , sagte Mark Anderson, Chefökonom des US-Netzwerk- und Informationsunternehmens ExecuNet, kürzlich dem Wall Street Journal. 54 Prozent der 153 von ExecuNet befragten Recruiter erwarten demnach deutliche Verbesserungen im Vorstands- und Aufsichtsbereich, 19 Prozent sind sich sicher, dass Suchaufträge steigen werden. In der zweiten Hälfte 2003 waren die Befragungsergebnisse ähnlich, sechs Monate später wurde der Wirtschaftsaufschwung deutlich. "Dasselbe sehen wir jetzt" , ist Mark Anderson überzeugt.

Mehr Spielraum

Von deutlicher Belebung in der Auftragslage für Board-Mitglieder und Vorstandsmandate berichtet auch John Wood, Vice Chairman bei Heidrick & Struggles. Ein Grund dafür sei, dass Executives aufgrund der Börsenerholung nun in der Lage seien, ihre Pensionspläne abzurufen und ihren Job aufzugeben. Nachlassender Druck führe ebenfalls zu mehr Spielraum - wer sich in der Rezession besser nicht bewegen wollte, tausche im Boardroom jetzt aus oder ergänze benötigte Kompetenzen.

Dass sich die Lage auch für die Headhunter - unter denen sich im vergangenen Jahr auch die Reihen gelichtet haben - selbst bessern werde, sagen unter anderem die Executive Searcher von IMD: Umsatzplus und Bedarf nach neuen Beratern wird da für das erste Halbjahr 2010 erwartet. Allerdings: Auch wenn in allen Befragungen Konzerne klagen, ihre Vorstandspositionen nur sehr schwer besetzen zu können - leichter wird das Geschäft nicht. Kandidaten bleiben offenbar sehr zögerlich, sind auf Sicherheit bedacht und überlegen lange und genau vor einem möglichen Wechsel.

Positive Bewegung wird 2010 auch in den "unteren" Rängen erwartet: CareerBuilder.com meldet steigenden Personalbedarf in der IT, im produzierenden Bereich in den Financial Services sowie generell im Verkaufs- sowie Servicebereich. Ein Drittel der jüngst befragten 2700 Personalchefs wollen demnach heuer ihren IT-Bereich aufstocken. Von rund 20 Prozent mehr Jobangeboten berichten auch große internationale Headhunter für den Non-Profit-Bereich - ein gutes Zeichen, weil die Krise dort besonders schnell und heftig zugeschlagen hat. In der Zusammenschau der Studien geht die Branche zwar nicht "bullish" ins Jahr 2010, aber voller positiver Signale. (Karin Bauer, DER STANDARD, Printausgabe, 9./10.1.2010)