Teheran - Im Iran hat der oberste geistliche Führer Ayatollah Ali Khamenei von den Sicherheitskräften ein hartes Vorgehen gegen regierungsfeindliche Demonstranten gefordert. Die Behörden wüssten, was das Volk von ihnen verlange, sagte Khamenei am Samstag in einer live im Fernsehen übertragenen Rede. Er beschuldigte zudem westliche Länder, hinter den Unruhen am schiitischen Ashura-Tag zu stecken. Die USA, Großbritannien und andere "hochmütige Mächte" hätten seit 1979 mit ihren irregeführten Verbündeten im Iran gegen Ajatollah Chomeini und die Revolution gearbeitet, sagte Khamenei. Daran habe sich nichts geändert.

Khamenei hielt die Rede vor Besuchern aus der heiligen Stadt Ghom (Qom), in der es zu schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen war. Bei den Protesten am Ashura-Tag Ende Dezember wurden mindestens acht Menschen getötet. Präsident Mahmoud Ahmadinejad kündigte seinerseits am Samstag in einer TV-Rede an, sein Land wolle die durch den britisch-sowjetischen Einmarsch 1941 entstandenen Schäden prüfen lassen und eine Entschädigung dafür fordern. "Das wird eine Rechnung, die sie (die alliierten Mächte) der iranischen Nation zahlen müssen", sagte er. Großbritannien und die Sowjetunion marschierten Ende August 1941 in den Iran ein, um dessen Ölfelder sowie die Nachschubrouten für die sowjetischen Truppen im Kampf gegen die Achsenmächte zu sichern. (APA/Reuters)