Kairo - Nach der Ermordung mehrerer koptischer Christen in Ägypten sind drei mutmaßliche Drahtzieher angeklagt worden. Ihnen werde vorsätzlicher Mord zur Last gelegt, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Die Verdächtigen waren am Freitag in einer Zuckerrohrplantage gefasst worden, in der sie sich seit der Tat vom Mittwochabend versteckt hielten.

Den Ermittlungen zufolge schossen die drei Angeklagten am Vorabend des koptischen Weihnachtsfestes in Nagaa Hamadi, etwa 600 Kilometer südlich von Kairo, in der Nähe zweier Kirchen auf eine Gruppe Gläubiger. Dabei wurden sechs Kopten und ein muslimischer Polizist getötet.

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft im Nahen Osten und machen rund acht Prozent der ägyptischen Bevölkerung aus. Sie sehen sich im Alltag immer wieder Diskriminierungen und Benachteiligungen durch Muslime ausgesetzt. In den vergangenen Jahren gab es in verschiedenen Teilen Ägyptens Auseinandersetzungen zwischen Kopten und Muslimen, meist aus Verärgerung über den Bau neuer Kirchen. (APA/AFP)