SP-Kärnten-Chef Reinhart Rohr (li.) tritt zurück - Nachfolgefavorit Gerhard Seifried hält sich noch bedeckt.

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Klagenfurt - Der Kärntner SPÖ-Chef Reinhard Rohr tritt zurück. Das gab er im Anschluss an ein Treffen mit den SP-Bezirksobleuten am Samstagabend bekannt. Die Bezirksgranden hatten Rohr zuvor stundenlang im Holiday Inn in Villach "bearbeitet". Wäre Rohr nicht freiwillig gegangen, hätten ihn die Bezirke wohl dazu gezwungen. Nach dem Bezirk Klagenfurt wären dann wohl reihum Bezirksbeschlüsse zur Vorverlegung eines Sonderparteitages mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden gefasst worden. Dieser soll jetzt im April stattfinden.

Dem betont seriösen und sachlich orientierten Villacher Rohr war es nicht gelungen, für die SPÖ politisches Kapital aus dem Hypo-Desaster und dem Beinahe-Bankrott des Landes zu schlagen - wohl auch, weil die SPÖ selbst darin involviert ist. Als Favorit für die Nachfolge Rohrs gilt, wie der Standard berichtete, der Wolfsberger Bürgermeister Gerhard Seifried. Gehandelt wird auch die Klagenfurter Bezirkschefin und Vizebürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. Sie hatte gemeinsam mit dem Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter den Putsch gegen Rohr inszeniert. Kolportiert wird ein neues "Spitzenduo" Seifried und Mathiaschitz.

Der neue Parteichef Seifried könnte demnach gemeinsam mit Mathiaschitz in die Landesregierung wechseln. Letzterer würde dabei das Gesundheitsressort zufallen, das bisher vom Klagenfurter Peter Kaiser besetzt wird. Rohr und Kaiser würden in den Landtag zurückkehren. Für sie müssten allerdings zwei der drei weiblichen SP-Abgeordneten Platz machen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 11.1.2010)