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Mrs. und Mr. Robinson. Ein Foto aus 2008.

Foto: AP Photo / Peter Morrison,file

London - Nach Enthüllungen über seine familiären Finanzen lässt der nordirische Ministerpräsident Peter Robinson sein Amt ruhen. Robinson habe Wirtschaftsministerin Arlene Foster gebeten, vorübergehend an die Spitze der Regionalregierung zu treten, teilte der Parlamentspräsident am Montag mit. Zuvor war der Regierungschef im Amt als Vorsitzender der Demokratisch-Unionistischen Partei bestätigt worden. Foster, die ebenfalls der DUP angehört, kann für die Dauer von sechs Wochen die Regionalregierung leiten.

Robinson gerät war wegen einer Affäre seiner Frau mit einem etwa 40 Jahre jüngeren Mann zunehmend in Bedrängnis geraten . Selbst Parteifreunde legten ihm den Rücktritt nahe. Robinsons Frau Iris soll Medienberichten zufolge inzwischen angekündigt haben, sie werde ihr Abgeordnetenmandat sowohl im nordirischen Parlament als auch im Londoner Unterhaus niederlegen. Die 60-Jährige hatte vor kurzem zugegeben, ein Verhältnis mit einem damals 19-jährigen Mann gehabt zu haben.

Iris Robinson hat sich inzwischen in psychiatrische Behandlung begeben. Dies teilte Robinson am späten Sonntagabend mit, um Spekulationen über den Aufenthaltsort seiner Frau zu beenden. Iris Robinson leidet seit längerem unter schweren Depressionen. Sie werde in einer Klinik in Belfast derzeit "intensiv" behandelt, erklärte der Regierungschef.

Geld für Liebhaber gesammelt

Der Frau des nordirischen Regierungschef wird außerdem vorgeworfen, sie habe von Geschäftsleuten mehrere zehntausend Pfund eingesammelt, um ihrem Liebhaber bei der Eröffnung eines Cafes zu helfen. Die Affäre hat die Robinsons zum Gespött der britischen Presse gemacht. 

Die Koalition der protestantischen DUP mit der katholischen Sinn Fein steht ohnehin schon auf wackeligen Füßen. Belastet wird das Verhältnis der Regierungspartner unter anderem durch Robinsons Weigerung, mehr Vollmachten für die Justiz von London nach Belfast zu übertragen.

Die politischen Spannungen gehen mit Anschlägen von IRA-Dissidenten einher. Im vergangenen Jahr kamen dabei zwei Soldaten und ein Polizist ums Leben. Am Freitag wurde ein Polizist bei einem Bombenanschlag schwer verletzt. Der 33-Jährige schwebte am Wochenende weiter in Lebensgefahr. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte 1997 eine Waffenruhe verkündet - viele ihrer radikalen Anhänger akzeptieren diese jedoch bis heute nicht. (red/APA)