Klagenfurt - Der Vermögensverwalter Tilo Berlin, einst auch Chef der Hypo Alpe Adria, stellt sich am Dienstag (12. Jänner) auf eigenen Wunsch einer Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft München. Das berichtete das Nachrichtenmagazin "profil" am Samstag. Berlin hatte mit einem Konsortium in die Hypo investiert und dieses Paket nach Meinung der Münchner Staatsanwaltschaft zu teuer an die BayernLB verkauft.

Das 635 Mio. Euro schwere Engagement soll - über einen 300 Mio.-Euro-Kredit - beinahe zur Hälfte von der Landesbank selbst finanziert gewesen sein. Der frühere Vorstandschef Werner Schmidt wies indes den Vorwurf zurück, einen zu hohen Kaufpreis für die Hypo ausgehandelt zu haben. An der Preisfindung hätten gut 100 Personen mitgerechnet, teilte Schmidt nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" mit. Der Kaufpreis in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro sei unter dem vom Verwaltungsrat gesetzten Limit gelegen.

Schmidt erklärte zudem, es habe auch keine unlauteren Absprachen mit dem Investor Tilo Berlin gegeben. Berlin hatte der BayernLB ein Paket von 25 Prozent und einer Aktie an der Hypo verkauft. Diese Anteile hatte seine Investmentgesellschaft wiederum teilweise dank eines Kredits der BayernLB erworben.

Weitere offene Fragen

Auch in Österreich schlägt die Causa Hypo weiter hohe Wellen: Der Vorsitzende des Hypo-U-Ausschusses, Stephan Tauschitz, forderte am Samstag, dass ein unabhängiger Richter die Beweisführung leiten soll. Die ÖVP werde in der ersten Sitzung am Donnerstag die Änderung der Geschäftsordnung beantragen, erklärte er. Gegen diesen Vorschlag ist die österreichische Richtervereinigung. Für einen Beschluss ist eine Zweidrittelmehrheit im Landtag notwendig.

Der U-Ausschuss soll nach dem Willen der deutschen Opposition auch die politische Verantwortung des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber klären. Der CSU-Politiker gehöre zu den Personen, die vor den Ausschuss zitiert werden sollten, sagte die Vizechefin der BayernLB-Kontrollkommission, Inge Aures (SPD), gegenüber der "Euro am Sonntag". Der U-Ausschuss werde sich Anfang Februar konstituieren und im März zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen, erklärte Aures. (APA)