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Stephan Tauschitz

Foto: APA/Gert Eggenberger

Jung, dynamisch, aufmüpfig und doch immer brav auf ÖVP-Linie. So sollten die "jungen Löwen" sein, die die blutleere und altersstarre Kärntner ÖVP wieder auf Vordermann bringen sollten. Stephan Tauschitz, 2004 mit 25 Jahren als jüngster Abgeordneter in den Kärntner Landtag berufen, erfüllte für Parteichef Josef Martinz diese Voraussetzungen auf das Beste.

Und der Jungspund, der es wenige Jahre später auch (fintenreich gewählt) zum Klubobmann schaffte, versprach zunächst eine erfrischend neue Ära für die Kärntner Schwarzen und legte sich redegewandt sogar mit dem übermächtigen BZÖ-Landeshauptmann Jörg Haider an - zunächst. Denn als die ÖVP mit Haiders Freiheitlichen zuerst kooperierte und dann auch noch koalierte, begannen für den ehrgeizigen Tauschitz die Mühen der politischen Tiefebene. Dort ist bekanntlich schon so manches Jungtalent auf der Strecke geblieben.

Heute verbindet man Tauschitz' Namen ebenso wie den seines Chefs Martinz mit der skandalgeschüttelten Hypo Alpe Adria. Als alter und neuer Vorsitzender von Untersuchungs-Ausschüssen, die Licht ins Dunkel skandalöser Machenschaften rund um den Hypo-Verkauf an die Bayern-LB bringen sollten, wird dem einst hoffnungsvollen Jungpolitiker vorgeworfen, mehr als Zu- denn als Aufdecker zu wirken.

Auch in den eigenen Reihen regt sich bereits heftige Kritik an dem schnellen Aufsteiger, der in unerbittlicher Loyalität jede Volte seines Chefs Martinz mitvollzieht, selbst wenn es sich um Freunderldienste wie das umstrittene Luxus-Hypo-Honorar für Martinz' privaten Steuerberater handelt oder um einen strammen Rechtskurs bei Ortstafeln oder Asylfragen.

Dabei hat Tauschitz schon Beachtliches für die Kärntner ÖVP geleistet. Zunächst als Vorsitzender der Bundesschülerunion nach Wien geschickt, entpuppte sich der Kärntner Bauernsohn aus Grafenstein und Vater zweier Töchter bald als zäher Arbeiter und geschickter Netzwerker. In Kärnten baute er die dahindümpelnde JVP zu einer motivierten Truppe auf und vernetzte sie mit anderen Jugend-Teilorganisationen zum "Kärntner Kreis". Etliche Mitstreiter befinden sich heute ebenfalls an politischen Schaltstellen.

Auch in Schüler- und Studentenverbindungen rührte der CVler vulgo "Amon" kräftig um. Jetzt aber hat sich der schwarze Junglöwe geduckt, hoffend, dass der politische Sturm im Zuge des Hypo-Skandals über ihn hinwegbrausen wird. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.01.2010)