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Das Videomaterial der Drohnen wächst dem US-Militär langsam über den Kopf

Foto: EPA/LT. COL. LESLIE PRATT

Mit den Aufklärungs-Drohnen, die im Irak und in Afghanistan zum Einsatz kommen, hat sich das US-Militär einige Probleme eingehandelt. Abgesehen von der Kritik an den laxen Sicherheitsvorkehrungen der unbemannten Mini-Fluggeräte, scheint nun auch die Flut an Informationen zum Haken zu werden. Die Drohnen der US Air Force haben 2009 fast dreimal so viele Daten gesammelt wie noch im Jahr 2007, berichtet die New York Times. Hintereinander abgespielt ergebe das eine Länge von 24 Jahren.

Datenvolumen nimmt zu

Die Aufnahmen werden zu den Air Force-Bodenstationen gestreamt, wo jede Sekunde analysiert werden muss, um rechtzeitig Warnungen ausgeben zu können. Das Material wird zudem für weitere Analysen archiviert, um eventuelle Angriffsmuster entdecken können. Bisher hätte man aber nur einen kleinen Teil der Unmengen an Daten für diese Zwecke noch einmal sichten können. Mit noch mehr Drohnen und mehr Kameras pro Einheit, wird das Datenvolumen in den kommenden Jahren noch weiter anwachsen. Bis 2011 soll jede Drohne mit Kameras ausgestattet sein, die in 30 Richtungen, später sogar in 65 Richtungen filmen.

Consumer-Technologie

Mithilfe der Fernseh-Industrie will das Militär nun Technologien einführen, mit denen das Videomaterial schneller an die verschiedenen Einsatzkräfte und Behörden verteilt und analysiert werden kann. So sollen die Aufnahmen analysiert und Bedrohungen gekennzeichnet und sogar mit Text und Grafiken versehen werden - wie etwa auch Fußballspiele analysiert werden. Mit einem neuen 500 Millionen US-Dollar teuerem Computer-System sollen diese Technologien nun ausgerollt werden und automatisierte Warnungen ausschicken. Software, die das Material gänzlich automatisch nach Gegnern scannt, sei jedoch noch nicht verlässlich genug. (red)