Bild nicht mehr verfügbar.

Foto: AP

Paris - Der Direktor des Louvre, Henri Loyrette, hat den umstrittenen Modernisierungs- und Expansionskurs des renommierten Pariser Museums verteidigt. "Wenn wir als Museum überleben wollen, müssen wir uns den Zeiten anpassen", sagte der Louvre-Direktor im Interview mit der Deutschen Presse Agentur dpa. In der Internationalisierung des Louvre sehe er keine Vermarktung von Kunst und Kultur, sondern die Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen.

In den kommenden Jahren sollen zwei große Dependancen eröffnet werden: Der Louvre im nordfranzösischen Lens und der Louvre-Abu Dhabi, für den das erdölreiche Scheichtum Paris mehr als 800 Millionen Euro gezahlt haben soll.

"Abu Dhabi ist eine Fortsetzung der Politik des Louvre", sagte Loyrette. "Das Museum hat eine universelle Bestimmung und spielte seit jeher eine wichtige Rolle in der kulturellen und diplomatischen Politik Frankreichs." Der Louvre-Abu Dhabi werde aber "auf keinen Fall" ein Museum für importierte Kunst des Westens sein. "Hier geht es um die Förderung des Dialogs der Kulturen, um den Brückenschlag zwischen Okzident und Orient, dem Nahen und den Mittleren Osten und Asien."

Abu Dhabi sei seit jeher ein wichtiger Knotenpunkt für Kultur und Handel, eine Begegnungsstätte der Zivilisationen gewesen. "Der Louvre-Abu Dhabi wird diese kulturelle Vielfalt widerspiegeln, er wird kein Export-Museum sein", sagte Loyrette.

Das Sponsoring durch Unternehmen gefährdet nach Ansicht Loyrettes nicht die Unabhängigkeit des Louvre. Der Ölkonzern Total gehört mittlerweile zu den Hauptmäzenen des Museums. Er hat mit mehreren Millionen Euro die Restaurierung der prächtigen Apollo-Galerie mitfinanziert. "Die Förderung durch Sponsoren spielt eine weniger bedeutende Rolle als in den USA", sagte der Museumschef. Das Louvre-Budget werde aus mehreren Quellen gespeist. Neben den staatlichen Zuschüssen von 45 Prozent garantiere vor allem der Publikumserfolg der Ausstellungen dem Louvre seine Unabhängigkeit, sagte Loyrette. (APA)