Linz - Die Fortführung des insolventen oberösterreichischen Versandhauses Quelle dürfte so gut wie fix sein: Der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (ÖVP) sieht eine große Chance auf einen Investor, der das Unternehmen weiterführt. Das gab er im Anschluss an einen Runden Tisch am Montag bekannt, bei dem die bisherigen Maßnahmen für die vom Konkurs betroffenen Mitarbeiter sowie die weiteren Schritte für die nächsten Wochen besprochen wurden. Vertreter von AMS, Arbeiterkammer, Wirtschaftskammer, Betriebsrat und Land Oberösterreich nahmen daran teil.

Sigl erklärte, die Chance auf einen Investor und damit auch künftig ein Unternehmen am Quelle-Standort, in dem rund 500 Mitarbeiter beschäftigt würden, sei groß. Er erwarte in den nächsten eineinhalb Wochen die Entscheidung. Diese Einschätzung deckt sich mit der Auskunft des Masseverwalters Erhard Hackl. Dieser hatte vergangene Woche mitgeteilt, in den Verhandlungen über eine teilweise Fortführung des insolventen Versandhändlers Quelle mit Sitz in Linz solle noch im Jänner eine Entscheidung fallen. Es gebe zwei Interessenten, die im Februar starten wollen. Wer von ihnen das Unternehmen weiterführen werde, werde der Gläubigerausschuss entscheiden.

Zwei Interessenten

Wie berichtet interessiert sich Ex-Quelle-Chef Martin Lenz für das Versandhaus. Der zweite Interessent soll laut "Kurier" doch der ehemalige Investmentbanker Mike Lielacher sein. Beide hätten bereits Pläne für die Fortführung des Versandbetriebs vorgelegt und sich mit dem Betriebsrat darauf verständigt, zumindest 500 Quelle-Mitarbeiter zu übernehmen, berichtet die Zeitung am Montag.

Sigl stellte fest, das Maßnahmenpaket für die Mitarbeiter, das in enger Abstimmung aller Verantwortlichen seit November geschürt wurde, habe sich sehr bewährt. Besonders erfreulich sei: Für alle 26 Lehrlinge stehe eine Lösung zur Verfügung, für alle gebe es eine Zukunftsperspektive.

Vorerst seien seit dem Konkurs von Quelle rund 350 Mitarbeiter aus dem Unternehmen ausgetreten. Der überwiegende Teil habe bereits wieder eine neue Beschäftigung. Rund 100 Personen seien in die von Arbeitsmarktservice (AMS) und Land initiierte Insolvenzstiftung eingetreten. Die nächsten Stiftungseintritte würden mit 25. Jänner erwartet.

Alle Teilnehmer seien sich einig, dass sich die Einrichtung der Jobbörse vor Ort sehr positiv entwickelt habe. Zahlreiche Mitarbeiter hätten dadurch bereits neue Jobs gefunden. Laufend kämen neue Angebote herein, so dass auf der täglich aktualisierten Jobbörse laufend 150 bis 180 Jobangebote angeführt werden könnten. Unabhängig von einem möglichen Investor werde die Schließung des Unternehmens im Konkursverfahren in den nächsten Wochen wie geplant abgewickelt. Mit 31. Jänner wäre vorgesehen, dass weitere 350 bis 400 Mitarbeiter aus dem Unternehmen austreten, die übrigen dann mit Ende Februar.

Heute, Montag, startet Quelle die letzte Phase des Abverkaufs, berichtet der "Kurier". Sämtliche Produktgruppen werden abermals verbilligt, vieles sei jetzt um 85 Prozent und mehr reduziert. (APA)