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Es sei zu befürchten, dass in Österreich im Jahr 2009 der Gipfel der Insolvenzentwicklung noch nicht erreicht wurde. Der Pleitegeier könnte also noch wachsen.

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Wien - Einen neuen Pleiterekord erwartet der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) für das laufende Jahr 2010. Es sei zu befürchten, dass in Österreich im Jahr 2009 der Gipfel der Insolvenzentwicklung noch nicht erreicht wurde, betonte AKV-Insolvenzexperte Alois Schönfeld bei der Jahresbilanz am Dienstag. Nach einem Plus von 7,8 Prozent oder 1.245 Fällen auf insgesamt 17.153 Firmen- und Privatpleiten im Vorjahr sei für heuer ein weiteres Plus um 10 bis 11 Prozent zu erwarten.

Das Thema Kreditklemme sei jedenfalls noch lange nicht abgeschlossen, so Schönfeld. Für viele Unternehmen könnte gerade beim Wiederanspringen der Nachfrage die Finanzierung des Lageraufbaus und der Kreditforderungen problematisch werden. Die Vorsicht der Banken treffe die Unternehmensfinanzierung stärker als den Bereich Investmentbanking, kritisiert Schönfeld. Denn die Mittel gehen dorthin, wo es höhere Renditen gibt.

Dazu komme, dass gefährdete Unternehmen oder Private auf die neue Insolvenzordnung warten, die heuer mit Erleichterungen in Kraft treten soll.

Deutliche Spuren

Die Krise hat jedenfalls auf der Insolvenzstatistik 2009 deutliche Spuren hinterlassen. Die Unternehmenskonkurse stiegen im Jahresvergleich um 9,4 Prozent oder um 590 auf 6.883 Fälle. Die Privatkonkurse stiegen um 6,8 Prozent auf 10.270 Fälle. Insgesamt betrug der Zuwachs 7,8 Prozent oder 1.245 Insolvenzen auf 17.153 Ausgleiche oder Konkurse.

Bei den Unternehmensinsolvenzen wurden 3.726 Verfahren eröffnet (plus 14,5 Prozent), 3.157 Verfahren (+ 3,9 Prozent) wurden mangels Masse abgewiesen. Die Zahl der Konkurse erhöhte sich im Jahresvergleich um 14,4 Prozent auf 3.649 Fälle. Bei den Ausgleichen gab es ein Plus von 18,5 Prozent auf 77 Verfahren.

Kräftig gestiegen sind im Jahresvergleich die Passiva und zwar um 24,4 Prozent oder um 1,05 Mrd. auf 5,35 Mrd. Euro. Die Zahl der durch eine Pleite gefährdeten Arbeitsplätze erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 23,0 Prozent oder um 6.139 Stellen auf 32.857 Jobs.

Nach Branchen ist das Bauhaupt- und Nebengewerbe mit 1.076 Fällen am insolvenzanfälligsten. Rang zwei hält der Bereich Gaststätten und Hotellerie (993), gefolgt von der Transportbranche (561). Die Sparte Papier, Druck, Verlage hat mit 296 Insolvenzen den Bereich Elektrogeräte, Radio, TV, EDV (286) vom 4. auf den 5. Platz verdrängt.

Die größten Fälle des Jahres 2009 waren die Wiener Unternehmensberatung Marta mit Passiva von 167,1 Mio. Euro, gefolgt von der oberösterreichischen Rumplmayr-Gruppe mit 135 Mio. Passiva und der Salzburger non-ferrum Metallpulvererzeugung (100 Mio. Euro). Es folgen die Holzindustrie Theresia Häupl mit 92,7 Mio. Euro und der österreichische Versandhändler Quelle mit 88 Mio. Euro. (APA)