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Für Luftsprünge haben Touristiker derzeit wenig Anlass.

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Wien - Durch Österreichs Tourismuswirtschaft geht ein selten tiefer Graben. Während Hoteliers im Westen des Landes von guter Auslastung und klingenden Kassen zu Weihnachten und Neujahr berichten, ist die Stimmung im Osten und Süden des Landes, speziell in der Bundeshauptstadt Wien, im Keller. "Wir rechnen mit einem Umsatzrückgang im heurigen Winter von insgesamt rund 1,1 Prozent", sagte der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer, Hans Schenner, in einem Pressegespräch.

Die eigentliche Nagelprobe stehe erst bevor - und das sei die Sommersaison 2010, sagte Schenner, der Hotels in Bad Goisern (OÖ) und St. Anton am Arlberg (T) hat. Die Bewerbung der Nahmärkte, die im vergangenen Sommer insbesondere viele Österreicher zu einem "Heimaturlaub" inspiriert habe, müsse fortgesetzt werden. Ob es erneut ein Sonderbudget für die Österreich Werbung geben wird, steht indes noch in den Sternen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner will Ende Februar in Innsbruck die neue Tourismusstrategie vorstellen.

Laut einer vom Linzer Market-Institut im Auftrag der Bundessparte Tourismus durchgeführten Umfrage unter Mitgliedsbetrieben manifestiert sich die Wirtschaftskrise in erhöhter Sparsamkeit der Touristen. Jeder fünfte Betrieb vermutet, dass die Gäste vermehrt günstigere Quartiere nachfragen und in der Regel kürzer urlauben.

Wetterbedingt sei der Saisonstart in vielen Gebieten eine Woche später als gewohnt erfolgt, was sich nur schwer aufholen lasse. Im Gegensatz zu anderen Jahren sei heuer auch das "Jännerloch" deutlicher zu spüren.

Um die Betten zu füllen, versuchten Betriebe, mit Preisermäßigungen zu punkten. "Das ist ein Irrweg", warnte Schenner. Besser sei es, mit zusätzlichen Angeboten zum selben Preis Gäste ins Hotel zu locken. (stro, DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2010)