Wien - Der 2007 gegründete Klima- und Energiefonds (Kli.en) soll in seiner derzeitigen Form aufgelöst werden. Das schlägt der Vorstand der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung, AWS-Geschäftsführer Hans Moser, im Gespräch mit dem Standard vor. Moser plädiert dafür, dass die Nationalstiftung künftig die Agenden des Klimafonds übernehmen soll. Er sieht darin einen "Beitrag zur Verwaltungsvereinfachung" . Der Zeitpunkt für eine Strukturänderung sei "gut", da mit Eveline Steinberger am Jahresende eine Geschäftsführerin des Klimafonds ihre Funktion zurückgelegt hat.

Die Nationalstiftung wird aus Mitteln des Bundes, der Nationalbank und des ERP-Fonds dotiert - diese Zinserträge fehlen also der Förderbank AWS. Ziel des Fonds ist es, "langfristig verwertbare, interdisziplinäre Forschungsvorhaben" zu fördern. Seit 2004 wurden laut Moser 655 Millionen Euro vergeben. Der Klimafonds wurde von der Regierung Gusenbauer speziell zur Förderung von Energie- und Umwelttechnologien eingerichtet und für die Jahre 2007 bis 2010 mit 500 Mio. Euro dotiert.

Seinen Vorstoß begründet Moser damit, dass die beiden Fonds ähnliche Strukturen und Vergabekriterien hätten. Der für die Vergabe der Mittel zuständige Stiftungsrat der Nationalstiftung könne genauso gut auch noch das Umweltthema mit abdecken, so Moser. Die Umsetzung der neuen Struktur sei im Zuge der gerade in Ausarbeitung befindlichen neuen Forschungsstrategie der Regierung möglich. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Juni 2010 neue strategische Ziele für die Forschungs- und Technologiepolitik auszuarbeiten. (go, DER STANDARD, Printausgabe, 13.1.2010)