Nicht nur in den USA und Europa, auch in China kommt Google bei seinem Buchprojekt nicht so voran, wie sich der Suchkonzern vorgestellt hat. Nach einer Klage einer chinesischen Autorin und der Forderung der staatliche China Written Works Copyright Society, chinesische Schriftsteller für eingescannte Bücher zu entschädigen, schwenkt Google jetzt die Verhandlungsfahne.

"Schlechte Kommunikation"

Am Wochenende entschuldigte sich das kalifornische Internetunternehmen in einem Brief an den chinesischen Schriftstellerverband für die "schlechte Kommunikation" über das Scannen von Büchern für seine Buchsuche. Dem Verband zufolge hatte Google mehr als 80.000 Werke chinesischer Autorinnen und Autoren in seine digitale Bibliothek aufgenommen, ohne sie darüber zu informieren oder zu bezahlen. Gemeinsam soll nun ein Vertragswerk ausgehandelt werden, der beide Seiten zufriedenstellen soll.

Letzte Anhörung zum Book Settlement

In den USA findet am 18. Februar in New York die abschließende Anhörung zum so genannten Google Book Settlement statt, Googles Vertrag mit Autoren und Verlegern, der Grundlage seiner umstrittenen Buchsuche werden soll. Noch bis zum 28. Jänner können Autoren dem Scannen ihrer Werke widersprechen oder rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einleiten. (kat/ DER STANDARD Printausgabe, 13. Jänner 2010)