Die Plattform "Wir sind Kirche", ein Verein zur Förderung der Reformen innerhalb der römisch-katholischen Kirche,  sieht die gestiegenen Kirchenaustritte als Protest gegen die autoritäre Kirchen-Hierarchie. "Die hohe Zahl der Kirchenaustritte ist die Reaktion der Gläubigen auf eine vom Vatikan gesteuerte und von den Bischöfen willfährig ausgeführte repressive, die Menschen nicht beachtende Kirchenpolitik. Dort wo über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wird, wehren sich die Betroffenen zu Recht", erklärte die Plattform in einer Aussendung am Mittwoch.

Die Kirchenleitung spiele "die höchste Zahl an Kirchenaustritten seit vielen Jahrzehnten lapidar herunter", dabei haben seit 30 Jahren bereits mehr als eine Million Katholiken auf diesem Weg die Kirche verlassen. Wer diese Abgänge als "relativ stabil" bezeichne, "verkennt sie Situation", so "Wir sind Kirche". (APA, 13.01.2010)