Wien - Längst nicht alles, was im "Web" an Gesundheitsinformationen auftaucht, ist seriös. Eine möglichst verlässliche Quelle für Auskünfte in Medizin- und Gesundheitsfragen soll jetzt ein im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstelltes Portal (http://www.gesundheit.gv.at) bieten. In Zukunft könnte der einzelne Bürger darin sogar die Eintragungen in seiner elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) aufrufen, hieß es bei der Präsentation des Projektes in Wien.

"Viele Menschen erwarten sich mehr Information. Wir haben in Studien festgestellt, dass die österreichische Bevölkerung sich in einem hohen Ausmaß Informationen aus dem Internet holt, aber diesen Informationen wenig vertraut", sagte Gesundheitsminister Alois Stöger.

Neues Portal

"Gesundheit Österreich" (GÖG) hat daher im Auftrag des Ressorts ein Portal geschaffen, das Informationen zu Krankheiten, Vorsorge, Diagnose und Behandlungsalternativen sowie Service-Angebote umfasst. Derzeit sind rund 450 Eintragungen, 900 Lexikon-Artikel und beispielsweise 150 Laborwerte (Referenzen etc.) aufgenommen. Hinzu kommen leicht abrufbare Informationen über Behandlungseinrichtungen, Spitäler und andere Fachinstitutionen. An Krankheits-Themen sind bisher allerdings erst fünf aufgearbeitet. Doch das ist ein laufender Prozess. Die Erstellung erfolgt möglichst qualitätsgesichert und unabhängig. Gleichzeitig gibt es Querverweise bzw. Kooperationen mit Ärzte- und Apothekerkammer, Agentur für Ernährung und Gesundheit (AGES) und anderen Stellen.

Zukünftig auch ELGA

Langfristig soll das Portal aber auch dem Zugang der teilnehmenden Bürger am ELGA-System mit seinem Web-basierten Befundverzeichnis, Medikationsliste und anderen wichtigen individuellen Gesundheitsdaten werden. ELGA-GmbH-Geschäftsführerin Susanne Herbek: "Wir wollen über das Portal die eigenen Informationen verfügbar machen." Das ist allerdings noch ein Zukunftsprojekt. (APA)