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Ticket gab es nur im Zug. Die Zugbegleiter verlangten jedoch keine Aufschläge beim Kartenverkauf." Mühsamer war es für jene, die im Internet nach einer Fahrplanauskunft suchten

Foto: AP/MATTHIAS RIETSCHEL

Wien - Wer sein Geld am Mittwoch der ÖBB geben wollte, hatte fast keine Chance dazu. Denn ein technischer Defekt hatte Fahrkartenautomaten, Internetbuchung und sogar die Personenkassen außer Gefecht gesetzt. Kunden bekamen Tickets nur mehr im Zug, erst am späten Vormittag normalisierte sich die Situation wieder. Über die Gründe der Panne gehen die Aussagen etwas auseinander.

Problem mit einem Trafo der Wien Energie

„Es gab einen Problem mit einem Trafo der Wien Energie. Das hat dann dazu geführt, dass jener Server, der bei uns sozusagen die Kommunikation mit den Automaten und dem Internet abwickelt, heruntergefahren wurde", erklärt ÖBB-Sprecher Thomas Berger.

Bei der gescholtenen Wien Energie sieht man die Sache etwas anders. „Es stimmt, einer unserer Trafos ist ausgefallen. Normalerweise sollte ein großes Unternehmen wie die ÖBB aber eine USV-Anlage haben. Damit ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung gesichert. Möglicherweise war auch diese defekt", mutmaßt Christian Neubauer, der Sprecher des Energieversorgers. 

Dies bestätigt ÖBB-Mann Berger nach Rückfrage. „Wir haben selbstverständlich ein derartiges System. Dabei werden Batterien verwendet, die für etwa drei Stunden halten. Danach springen Dieselaggregate an. Nur leider ist eines der beiden aus noch ungeklärten Gründen ausgefallen."

Keine Fahrplanauskunft im Internet

Für die Kunden sei durch den Zwischenfall kein Schaden entstanden, beteuert Berger. „Die Zugbegleiter verlangten keine Aufschläge beim Kartenverkauf." Mühsamer war es für jene, die im Internet nach einer Fahrplanauskunft suchten. Denn der Computercrash führte zu einer Überlastung der Hotlines. Besonders überrascht waren wohl jene, die die ÖBB-Webpage am Morgen aufriefen. Da stand nämlich, warum auch immer, nur zu lesen, dass das Service am 26. April nur eingeschränkt verfügbar sei. (moe, DER STANDARD Printausgabe 14.1.2009)