London - Der US-Konkurrent Hershey will einem Zeitungsbericht zufolge die feindliche Offerte des Lebensmittelriesen Kraftfür Cadbury überbieten. Ein formelles Gebot könne innerhalb von zwei Wochen vorgelegt werden, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Hershey hat nach britischem Übernahmerecht bis zum 23. Jänner Zeit, um eine Offerte vorzulegen. Der "Financial Times" zufolge erwägt Hershey, den Banker Byron Trott mit der Suche nach Private-Equity-Investoren zu beauftragen, um die Höhe der Schulden infolge einer möglichen Übernahme zu begrenzen.

Hershey-Aktien tendierten nach Bekanntwerden der Pläne 2,5 Prozent tiefer. Die Titel von Kraft gaben 0,2 Prozent nach. Cadbury hat das Kraft-Gebot wiederholt als zu niedrig abgelehnt. Auch die Cadbury-Aktionäre sind bislang offenbar nicht überzeugt von der Offerte. Kraft-Chefin Irene Rosenfeld warb daher am Mittwoch bei den Anteilseignern erneut um Zustimmung für das 17,3 Milliarden Dollar (11,88 Mrd. Euro) schwere Übernahme-Gebot. Die Frist für die Zustimmung der Cadbury-Aktionäre läuft am 2. Februar ab. Die Kraft-Offerte in bar und Aktien ist derzeit 769,1 Pence je Aktie wert und liegt damit 2,6 Prozent unter dem Preis der Cadbury-Aktie vom Mittwoch. Experten gehen davon aus, dass Kraft nachbessern muss, um die Aktionäre zu überzeugen. Nach britischem Übernahmerecht hat Kraft dafür nur noch bis kommenden Dienstag Zeit.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé hat bereits erklärt, nicht in das Rennen um den britischen Süßwarenhersteller einsteigen zu wollen. Auch der Nutella-Produzent Ferrero soll sich Kreisen zufolge gegen eine Cadbury-Offerte entschieden haben. (APA/Reuters)