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Ein anonymes "Drohschreiben" sorgt für neuen Rauch im Feuer am Verteilerkreis.

Foto: APA/ Neubauer

Wien - Ist das Milenko Acimovic? Der Spielmacher der Austria ist von der Osttribüne aus nur schwer zu erkennen. Ein Netz nimmt die Sicht. Wie dick die Maschen tatsächlich sein werden, die künftig den Austria-Anhang einzäunen, lässt sich nur vermuten. Ebenfalls unklar, wie der Fan-Block auf die verhängten Strafmaßnahmen des Vereins reagiert. Die violetten Fragezeichen sind ein gefundenes Fressen für Schwätzer wie Hetzer.

Anonymes Ultimatum

derStandard.at-Sportredaktion wurde eine Stellungnahme zugespielt. Absender angeblich "ein Capo eines bedeutenden Fanclubs". Die Nachfragen bei Austrias führenden Fangruppen, stießen auf Verwunderung und keinen Bekenner. In dem Schreiben die Forderung: "Sollten geplante Maßnahmen nicht bis 31. Jänner öffentlich widerrufen werden, und unsere Forderungen nicht bis selbigem Datum umgesetzt werden, wird der Protest gegen Herrn Kraetschmer und Vereinsführung ungeahnte Ausmaße annehmen!" 

Wenn es nicht die Fans der Veilchen selbst waren, wer fühlt sich dann bemächtigt drohende Worte im Namen der Anhänger auszusprechen? Recherchen haben ergeben, dass ein ähnliches Schreiben schon mal in Umlauf gebracht wurde. Die Parallele: Damals hatten die Stronach-Unruhen die violette Kurve in Aufregung versetzt. Das Letzte was das angespannte Verhältnis zwischen Fans und Verein jetzt brauchen kann, ist fremd vergossenes Öl im Feuer am Verteilerkreis.

Protest hin oder her

Die ausgesperrten Austrianer werden vermutlich nicht ohne Reaktion auf die Sanktionen des Vereins verweilen. Ob der Vorhof der Osttribüne künftig Ort großer Fanproteste, die Kurve Bühne plakativer Demonstrationen und Manager Markus Kraetschmer Adressat des Unmuts sein wird, kann alles nur vermutet werden und sollte deshalb noch kein Thema sein. 

Einzige Gewissheit, welche die "sehbehinderten" Veilchen von der Ost in die Rückrunde begleiten wird: Milenko Acimovic ist immer jener Spieler, der an einem guten Tag den Rest des Feldes narrt und an einem schlechten 90 Minuten an Ort und Stelle verharrt. (red, derStandard.at, 14.01.2010)