Wien - Die Evangelische Kirche hat im Gegensatz zu der Katholischen im Jahr 2009 in Österreich eine "relativ stabile" Entwicklung der Mitgliederzahlen verzeichnet. Von "Rekordwerten" bei den Austritten sei man weit entfernt, hieß es in einer Aussendung am Donnerstag.

Insgesamt traten im Vorjahr 3.128 Personen aus der Evangelischen Kirche aus und 839 in die Kirche ein. Ende 2009 gehörten 325.314 Personen der Evangelischen Kirche A.u.H.B. an (-0,69 Prozent).

Im Vergleich zum Jahr 2008 stieg die Zahl der Austritte um 3,58 Prozent an. Auch die Zahl der neuen Mitglieder konnte um 1,45 Prozent gesteigert werden. Den größten Mitgliederschwund mussten die Diözesen in der Steiermark (-1,54 Prozent auf 42.902) und Wien (-1,36 Prozent auf 59.186) verzeichnen. Die wenigsten Austritte gab es in Niederösterreich (-0,29 Prozent auf 40.373). Einzig die Diözese Salzburg/Tirol konnte ihre Mitgliederzahlen um 0,3 Prozent auf 28.874 steigern.

"Jeder Austritt ist einer zu viel"

"Jeder Austritt ist einer zu viel", kommentierte Bischof Michael Bünker die aktuellen Zahlen. Sein langfristiges Ziel ist es, mehr Eintritte als Austritte zu verzeichnen. Die Evangelische Kirche wies darauf hin, dass die Statistik nicht nur durch die tatsächliche Bewegung, sondern auch durch die Bereinigung des Datenbestandes beeinflusst wurde. So wurden im Vorjahr die Datenbestände der einzelnen Pfarrgemeinden erstmals in eine zentrale Mitgliederdatenbank übertragen.

Der römisch-katholischen Kirche hat das turbulente Vorjahr etliche Mitglieder gekostet (derStandard.at berichtete). (APA)