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Die Grenze des Zumutbaren ist für die Landwirtschaftskammer überschritten. Jetzt will man sich wehren

Foto: AP/Sarbach

Berlin - Hochrangige österreichische Agrarpolitiker haben die "Preisschleuderei" im Lebensmitteleinzelhandel heftig kritisiert und nicht näher ausgeführte Kampfmaßnahmen dagegen in den Raum gestellt. Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski kündigte diesbezügliche "intensive Gespräche" mit dem Handel in den nächsten Wochen an. Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (VP) erklärte den Kampf gegen die "Geiz ist Geil"-Mentalität bei den Lebensmitteln zu einem Arbeitsschwerpunkt im neuen Jahr.

Wlodkowski und Berlakovich nahmen am Donnerstagabend in Berlin an der Eröffnung der 75. Grünen Woche teil, der größten Agrarmesse der Welt, zu der 400.0000 Besucher erwartet werden. Der Verfall der Lebensmittelpreise, der den Bauern 2009 hohe Einkommensverluste beschert hatte, dominiert auch die Wortmeldungen in der deutschen Agrar- und Lebensmittelbranche.

Grenze überschritten

Ein Kilo Schweinsschnitzelfleisch um 2,99 Euro, ein Mischbrot um 0,69 Euro und ein Kilo Kartoffel um 0,25 Euro - die Landwirtschaftskammer teilte unter Journalisten eine Liste von Beispielen aus, um zu klarzumachen, wovon die Rede ist. "Die Grenze des Zumutbaren ist überschritten, wir verlangen, dass diese Preisschleuderei aufhört", sagte Wlodkowski. Das Präsidium des VP-Bauernbunds werde in den nächsten Wochen über "Gegenmaßnahmen" beraten, sollten die Gespräche mit dem Handel erfolglos bleiben.

Konkreter wollte Wlodkowski nicht werden, ebensowenig wie Berlakovich, der das agrarische Fördersystem auf seine Effizienz überprüfen lässt. Der Minister erwartet "die bisher schwierigsten Budgetverhandlungen, das heurige Jahr wird ein Jahr der großen Herausforderungen". Es dürfe "kein Cent in Brüssel liegen bleiben". Als längerfristig orientierte agrarische Agrar-Schwerpunkte nannte Berlakovich die Diskussion über den EU-Agrarhaushalt ab 2014 sowie das Vorantreiben der erneuerbaren Energien. Die EU-Kommission will noch heuer einen Optionenbericht über die künftige Agrarpolitik vorlegen. Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch nimmt wegen einer "Terminkollision" dieses Jahr nicht an der Eröffnung der Grünen Woche teil. (APA)