Design, Technik, Anmutung: Die Neuauflage des Kia Sorento wirkt insgesamt erstaunlich stimmig.

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Eines darf sich der Sorento zugute halten: Als er 2002 erschien, war es vorbei mit Kias Billig-Image, plötzlich waren auch Besserverdienende an einem Korea-Auto interessiert, genauer gesagt: fast 5000. Eine ziemliche Vorgabe also für den Nachfolger, der seit einigen Wochen in den Schauräumen steht. Erster Eindruck: Fesch ist er geworden, länger gestreckt, weniger massig. Das kommt wohl auch daher, dass der Leiterrahmen-Aufbau einer selbsttragenden Karosserie wich.

Die Ingenieure sparten beim Gewicht rund 150 kg ein - nicht vergessen sollte man allerdings, dass der getestete Allrad-Sorento auch so noch stolze 1,85 Tonnen Leergewicht auf die Waage bringt.

Da musste ein ordentlicher Motor her: 197 PS leistet der 2,2-Liter-Diesel. Das ist fein und angemessen - noch dazu, wo das Kraftpaket sein Werk erstaunlich leise verrichtet. Auch die Automatik ist nicht von schlechten Eltern (Hyundai) und hat, für mehr Fahrspaß, auch einen Tiptronic-Modus. 7,4 l Normverbrauch meldet der Hersteller, wir kamen trotz geringen Anteils an Stadtfahrten schlussendlich auf 9,2 l/100 km.

Im Test hatten wir übrigens den Überdrüber-Sorento: Active Plus samt Allrad. Kostet die ziemlich stolze Summe von 42.990 €. Allerdings ist die Serienausstattung ebenso stolz, selbst Xenonscheinwerfer und Rückfahrkamera sind inkludiert. Im Innenraum dominiert das, was man in Fernost wohl unter Noblesse versteht. Ob die dunkelbraunen Sitze jedermanns Geschmack treffen, sei dahingestellt. Aber es gibt ja Alternativen.

Auf der Straße macht der Sorento gute Figur: Man merkt, dass er nicht für Gelände-Bewohner konzipiert wurde, sondern für Großstadt-Indianer, die auf ihrer Fahrt zum Landsitz bei schlechten Straßenverhältnissen sicher unterwegs sein wollen. Das schafft der Sorento mit links, wie wir uns auf der Schnee-Fahrt nach Kärnten überzeugen konnten. Auffallend war auch die um rund zehn Zentimeter gewachsene Außenhaut, die den Sorento an so manchem Parkplatz vorbei fahren ließ. Dafür darf man sich neuerdings über 20 Prozent mehr Kofferraum freuen: Auch nicht schlecht, wenn man ins Friulanische fährt, um seine Weinvorräte aufzustocken. (Heinz Müller/DER STANDARD/Automobil/15.1.2010)