Der Ende November wegen zweifachen Mordes, Mordversuchs und schweren Raubes am Landesgericht Korneuburg nicht rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilte Bulgare wird nicht wie ursprünglich geplant noch im Jänner Österreich verlassen. Bulgarien hatte einer Auslieferung im vergangenen Juli für sechs Monate zugestimmt. Da das Verfahren des Mannes aber noch nicht abgeschlossen ist, wird diese Frist nun um drei Monate verlängert, teilte Paul Hefelle, Sprecher vom Justizministerium, am Freitag mit.

Der Bulgare hatte nach dem Urteil Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt, diese werde zurzeit vom Obersten Gerichtshof geprüft. Da die Rechtsprechung dadurch noch nicht abgeschlossen ist, habe das Justizministerium am Mittwoch um eine Verlängerung der Auslieferungsfrist angesucht. Dieser wurde am Freitag "seitens der Bulgaren zugestimmt", sagte Hefelle. Der 48-jährige mutmaßliche Täter wird nun noch weitere drei Monate in Österreich in Haft bleiben und anschließend auf jeden Fall in seine Heimat zurückkehren.

Bis dahin soll laut Hefelle auch die Beschwerde geprüft und das Verfahren abgeschlossen sein. Seine Haftstrafe wird der Mann dann in Bulgarien absitzen.

Der 48-Jährige wird beschuldigt, am Pfingstmontag im vergangenen Jahr ein Heurigenwirtsehepaar in Pachfurth (Bezirk Bruck a.d. Leitha) in seinem Lokal erschossen zu haben. Auch die 21-jährige Tochter, die Hilfeschreie gehört und Nachschau gehalten hatte, wurde durch einen Schuss schwer verletzt. Die Beute betrug damals 1.500 Euro. Zahlreiche Zeugen gaben an, den Mann im Tatzeitraum in der Gegend gesehen zu haben. Er selbst bestritt jeden Zusammenhang mit der Tat. (APA)