Sofia - Ein Dokument mit der Unterschrift der stellvertretenden Justizministerin, Lyudmila Petrova, könnte die umstrittene bulgarische Kandidatin für das Amt einer EU-Kommissarin entlasten. Das Papier soll laut der Wochenzeitung "New Europe" zeigen, dass Rumjana Schelewa (Rumiana Jeleva) nicht gegen bulgarische Gesetze verstoßen habe, als sie ihre finanziellen Beteiligungen gegenüber den bulgarischen Behörden und dem Europäischen Parlament deklariert habe, wie die bulgarische Nachrichtenagentur BTA am Freitag berichtete.

Dieses Dokument könnte die Diskussion darüber beenden, ob Schelewa ihre Finanzverhältnisse - insbesondere ihre Beteiligung bei der Beratungsfirma Globul Consult - richtig angegeben habe. Bulgariens Premier Boyko Borisov soll "New Europe" zufolge im Laufe des Tages die Ergebnisse des Justizministeriums verlautbaren. Laut "New Europe" könnte der politische Schaden, den Schelewa durch die Diskussionen bereits erlitten habe, jedoch bereits zu groß sein, sodass ein Rücktritt der EU-Kommissions-Kandidatin erwartet werden könne.

Die amtierende bulgarische Außenministerin war wegen unklarer Finanzverhältnisse und Mafiagerüchten im Zusammenhang mit ihrem Mann ins Kreuzfeuer der Kritik von EU-Parlamentariern geraten. Der designierten Kommissarin für internationale Zusammenarbeit und humanitäre Hilfe wurde bei ihrer Anhörung am Mittwoch mehrfach vorgeworfen, ihre Eigentümerschaft in einem Beratungsunternehmen verschwiegen zu haben. (APA)