Die tschechische Behörde für atomare Sicherheit (SUJB) will keine Nacktscanner auf tschechischen Flughäfen erlauben. Dies erklärte die SUJB-Chefin Dana Drabova gegenüber der tschechischen Tageszeitung "Hospodarske noviny" (Freitag-Ausgabe). Das Gesundheitsrisiko der Geräte für den Menschen ist laut SUJB zu hoch. Daher gebe es keinen Grund, die Röntgen-Scanner zu verwenden, solange es andere Varianten von Sicherheitskontrollen gebe, so Drabova.

"Es stimmt zwar, dass die ionisierende Strahlung bei diesen Scannern niedrig ist. Laut gegenwärtigen Erkenntnissen gibt es aber keine sichere Strahlungsdosis. Jede Dosis, auch die kleinste, bringt eine bestimmte Wahrscheinlichkeit mit sich, dass sie Krebs verursacht. Deswegen werden wir niemandem das Erlaubnis geben, einen solchen Scanner zu betreiben", betonte die SUJB-Chefin.

Drabova räumte ein, dass die Strahlungsdosis, die man bei einer Flughafen-Kontrolle bekomme, etwa um die Hälfte weniger schädlich sei als jene bei einer üblichen Röntgen-Untersuchung beim Arzt. "Eine solche Untersuchung bringt jedoch dem Patienten einen Nutzen, was man über die Flughafen-Scanner nicht sagen kann. Auch der Arzt greift erst dann zum Röntgen, wann man die Untersuchung nicht anders durchführen kann", sagte sie.

Alternativen

Drabova wies darauf hin, dass es auf den Flughäfen mehrere Alternativen gebe, beispielsweise eine persönliche Kontrolle. Eine weitere Variante sei eine Ultraschall-Untersuchung. "Gerade weil es viele andere Möglichkeiten gibt, ist unserer Standpunkt ablehnend", betonte die SUJB-Chefin.

Die endgültige Entscheidung in der Debatte, die durch den vereitelten Terroranschlag von Detroit ausgelöst worden war, liegt jedoch in den Händen der Regierung. Innenminister Martin Pecina hatte am vergangenen Sonntag erklärt, die tschechische Regierung werde ihre Position der EU in einem Monat mitteilen. Während der Innenminister selbst die Einführung von Scannern unterstützt, ist Verkehrsminister Gustav Slamecka dagegen. (APA)