Graz/Wien - Bei Böhler Edelstahl im steirischen Kapfenberg könnte es in den nächsten Monaten zu Kündigungen kommen. Kolportiert wird ein Abbau von 200 bis 300 Mitarbeitern. Böhler-Uddeholm-Chef und Voestalpine-Vorstand Claus Raidl gab sich am Freitag zurückhaltend. Ob Stellen gefährdet seien, hänge davon ab, "wie sich die Wirtschaft und die Aufträge entwickeln" . Aber:"Natürlich haben wir nach wie vor eine schwierige Situation."

Derzeit sind an dem Standort in Kapfenberg etwa 1900 Mitarbeiter beschäftigt. Ein großer Teil ist bis Ende Jänner in Kurzarbeit. An eine Verlängerung der Kurzarbeit ist aber nicht gedacht, sagte Voestalpine-Konzernsprecher Peter Schiefer zuletzt.

Kanzler Werner Faymann und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer (beide SP) boten am Freitag bei einem Betriebsbesuch Hilfe in Form von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten an. Im Raum steht beispielsweise die Einrichtung einer Arbeitsstiftung oder der verstärkte Einsatz von Bildungskarenz. Nächste Woche soll eine weitere Verhandlungsrunde stattfinden. (APA, go, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16./17.1.2010)