"Soll er doch ein bissl brav sein", egal wie laut hinausgeschrien, hilft, mit Verlaub, einen Dreck gegen das populistische Kalkül des FPÖ-Chefs Heinz-Christian Strache, der am Donnerstagabend in der ORF-Satire Wir sind Kaiser einen Wahlkampfauftritt absolvieren durfte. Ihn anzuherrschen, woher denn der Hass herkäme, ihm ein Plakat mit "Sozialleistungen für Zuwanderer. HC hat euch lieb" zu malen und symbolisch nach links zu wuchten, ist, ja, auch lieb. Das streichelt aber lediglich die Gemüter der FPÖ-Gegner, sonst geht der Schuss nach hinten los.

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Denn dem Populisten, dem per naturam nichts zu deppert ist, findet in der Satire sein authentisches Milieu. Nichts ist ernst, aber vieles überlegt. Angesichts der Sendungszielgruppe lautet die Losung eben "I bin jo multikulturell", und dazu gibt's noch einen Immigranten-Stimmköder: Der Kosovo gehört nämlich den Serben. Ein PR-Auftritt wie jeder andere.

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Die Sendung lässt Straches Stilisierung zu einer Art rechtem Österreich-Maskottchen zu: nicht ganz stubenrein, aber doch unser Dreibier-Paintballer! Peter Westenthaler hatte das an selber Stelle schon vorexerziert. Nach der Polit-Verharmlosung zwischen ödem Schimpf auf Übergewichtige und Inhaftierte war Alfons Haiders Schimpftirade im folgenden Willkommen Österreich ein überraschender Kontrast.

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Richtige (Medien-)Satire bot Dominic Heinzls Chili: Als sein eigener Höhepunkt macht er Berichte von Miss-Wahlen, die er selber moderiert. Der wahre Boulevard-Selbstversorger braucht keine Promis mehr.(Alois Pumhösel, DER STANDARD; Printausgabe, 16./17.1.2010)

Zum Thema: "HC hat euch lieb" - FPÖ-Chef Strache vom "Kaiser" durch den Kakao gezogen

Kopf des Tages: Alfons Haider - Der Tiefgang eines Oberflächlichen - Unter der geschniegelten Oberfläche und einer Applaus primär an der Lautstärke messenden Persönlichkeit steckt ein sehr politischer Geist

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