Ouagadougou - Der bei einem Attentat verletzte Junta-Chef von Guinea, Hauptmann Dadis Camara, wird vorerst nicht in seine Heimat zurückkehren, sondern die Amtsgeschäfte seinem Vize, General Sékouba Konaté, überlassen. Konaté hat in den vergangenen Wochen bereits Gespräche mit der Opposition aufgenommen. Die am Freitagabend im guineischen Staatsfernsehen bekanntgegebene "Rekonvaleszenzzeit" Camaras in Burkina Faso soll dazu beitragen, die Krise in dem westafrikanischen Land nach dem Attentat und der blutigen Niederschlagung einer Oppositionskundgebung im vergangenen September zu beenden.

Außerdem sollen innerhalb der kommenden sechs Monate Präsidentenwahlen in Guinea abgehalten werden. Konaté will zusammen mit dem regierenden Militärrat und einem nationalen Übergangsrat aus mehr als 100 Vertretern aller politischen und sozialen Gruppen die Wahlen vorbereiten. Konaté hatte der Opposition zuvor bereits zugesichert, den Ministerpräsidenten stellen zu können.

Camara hatte mit einer Gruppe von Offizieren im Dezember 2008 nach dem Tod von Präsident Lansana Conte die Macht übernommen und versprochen, die Korruption zu bekämpfen und wirtschaftliche Reformen einzuleiten. In den vergangenen Monaten hatten sich jedoch Hinweise gehäuft, dass Camara dauerhaft an der Macht bleiben will. Guinea geriet international noch mehr in die Isolation, als bei der blutigen Niederschlagung einer Demonstration in Conakry mehr als 150 Menschen getötet wurden. (APA)