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Thomas Morgenstern fühlt sich in Sapporo wohl.

Foto: EPA/DAI KUROKAWA

Sapporo - Thomas Morgenstern hat am Samstag seinen zweiten Weltcup-Saisonsieg gefeiert. Der Doppel-Olympiasieger von 2006, der zuletzt das Abschluss-Springen der Tournee in Bischofshofen gewonnen hatte, segelte bei schwierigen Bedingungen im zweiten Durchgang auf 131 m und verwies den Deutschen Andreas Wank (+4 Punkte) und den Japaner Daiki Ito (5,2) auf die Plätze. Stefan Thurnbichler feierte mit Rang vier sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis.

Martin Koch und Ex-Kombinierer David Zauner sorgten mit den Rängen 8 und 9 ebenfalls für ÖSV-Top-10-Platzierungen. Simon Ammann, der im Gegensatz zu vielen weiteren Weltklassespringern nicht auf den Japan-Trip verzichtet hat, landete bei teilweise stark wechselnden Windbedingungen auf dem fünften Rang. Der Schweizer übernahm damit wie erwartet vom abwesenden Gregor Schlierenzauer die Weltcupführung und liegt nun 43 Punkte voran. Am Sonntag gibt es noch einen weiteren Bewerb auf der WM-Schanze 2007.

14. Weltcup-Sieg

Für Morgenstern war es bereits der 14. Weltcup-Sieg seiner Karriere. Der Kärntner sorgte im 13. Bewerb der Saison für den achten Tages-Erfolg für Österreich, das auch im Nationencup weiterhin dominiert. Zuvor hatten Schlierenzauer fünfmal sowie Tournee-Sieger Andreas Kofler und er selbst je einmal zugeschlagen.

Der Bewerb war allerdings von äußerst unterschiedlichen Bedingungen geprägt. Wank landete beispielsweise mit dem weitesten Sprung des zweiten Durchgangs bei 136,5 m und damit noch auf Rang zwei, insgesamt acht Springer zeigten Weiten unter 100 m. In Abwesenheit von u.a. Schlierenzauer, Kofler, Wolfgang Loitzl, Janne Ahonen, Adam Malysz sowie vielen Norwegern und Finnen setzte sich am Ende noch ein absoluter Spitzenmann durch. Nach dem ersten Durchgang hatte es noch eine japanische Doppelführung durch Noriaki Kasai und Daiki Ito gegeben.

Japan-Liebhaber Thomas Morgenstern war angetan von seinem Triumph in Sapporo. "Es ist großartig, dass ich hier zum dritten Mal gewinnen konnte. Ich komme gerne nach Japan. Ich mag die Schanze und die Leute und würde nie zu Hause bleiben", sagte der Kärntner. Die lange Reise sei kein Problem und sehr angenehm gewesen. "Nach Bischofshofen habe ich viel mehr Selbstvertrauen und ich hoffe, dass ich so weitermachen kann."

Auch Stefan Thurnbichler schwärmte, der als Vierter sein bestes Weltcupresultat feierte und den ersten Stockerplatz nur um 2,1 Punkte verpasste. "Ich durfte heute den schönsten Moment in meiner Skisprungkarriere feiern. Das Gefühl ist traumhaft und ich fühle mich überglücklich", meinte Thurnbichler.

Lob kam auch von Co-Trainer Marc Nölke, der wie im Vorjahr den nicht nach Japan gereisten Cheftrainer Alexander Pointner vertritt. "Stefan Thurnbichlers Sprung im zweiten Durchgang war wirklich sensationell. Thomas Morgenstern konnte sich trotz durchschnittlicher Bedingungen durchsetzen, was sehr hoch einzuschätzen ist", so der Deutsche.

Es wäre wohl nicht Sapporo, würde es nicht wieder einmal Wetterprobleme geben. Die Vorhersagen für den zweiten Bewerb am Sonntag sind schlecht, es wurden starke Schneefälle prognostiziert. Daher haben sich die Veranstalter entschlossen, die zweite Konkurrenz um eine Stunde auf 02:00 Uhr MEZ vorzuverlegen. (APA)