Hamburg - Der deutsche Bundespräsident Horst Köhler prüft laut einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" erneut das Gnadengesuch der früheren RAF-Terroristin Birgit Hogefeld. Man bereite eine Entscheidung vor, heißt es demnach aus dem Präsidialamt. Diese sei aber noch nicht gefallen. Nachfragen wurden vom Bundespräsidialamt am Samstag zunächst nicht beantwortet. Köhler hatte im Mai 2007 das Gnadengesuch Hogefelds abgelehnt, jedoch zugesichert, "zu gegebener Zeit erneut und von Amts wegen über das Gesuch zu befinden".

Die 53-jährige Hogefeld wird der dritten und letzten Generation der RAF zugerechnet, deren Anschläge in den 80er Jahren bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind. Unter anderem fielen den Attentaten 1986 der Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts, 1989 Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen, und 1991 der Präsident der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, zum Opfer.

Hogefeld war 1993 in Bad Kleinen (Mecklenburg) verhaftet und wegen Mordes und Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach der Freilassung von Christian Klar vor gut einem Jahr war sie zeitweise das letzte frühere RAF-Mitglied, das noch im Gefängnis saß. In der Haft hat sie sich von der RAF distanziert, allerdings nie ihr Wissen über zahlreiche Verbrechen der RAF preisgegeben. (APA)