Elisabeth Orth (73) ist für die ORF-Hörspiel-Jury "Schauspielerin des Jahres 2009". "Orth hat im Lauf von Jahrzehnten Ö1 unzählige Male ihre Stimme geliehen", heißt es in einer Aussendung von Montag. Die Ehrung wird im Rahmen der "Langen Nacht des Hörspiels" am 19. Februar im Wiener ORF-RadioKulturhaus stattfinden.

Ihr erstes Hörspiel hat die Tochter von Paula Wessely und Attila Hörbiger 1958 aufgenommen. Rund fünfzig weitere, darunter Stücke von Christa Wolf und Hilde Spiel, von Andreas Okopenko und Eberhard Petschinka, von Sophokles und Grillparzer, Nestroy, Schnitzler und George Bernhard Shaw folgten.

Das bisher letzte Hörspiel mit Orth, ein Zweipersonenstück des Schweizer Autors Jürg Amann, wurde im Juni 2009 in Ö1 gesendet. Orth gibt darin eine alternde Operndiva, die, begleitet von ihrer Zofe (Bibiana Zeller), mit dem Zug ein letztes Mal nach Wien, dem Ort ihrer Triumphe, reist. Ebenfalls 2009 war sie als "Frau Matzner" in dem Joseph-Roth-Zweiteiler "Die Geschichte von der 1002. Nacht" zu hören. 2009 las sie auch, gemeinsam mit ihren Sohn, dem Schauspieler Cornelius Obonya, eine Serie von Reportagen und Feuilletons von Joseph Roth, die auch als Ö1-Doppel-CD erschienen sind. Im Laufe der Jahre hat Orth, die 1965 in Schillers "Kabale und Liebe" am Wiener Burgtheater debütierte und dort wenige Jahre später Ensemblemitglied wurde, Texte und Radiogeschichten gelesen und ist als Lyrikinterpretin Stammgast in der "Holden Kunst".

Seit 1997 wählt eine Fachjury aus ORF-Hörspielregisseuren die Schauspielerin oder den Schauspieler des Jahres. Zu Pichlers Vorgängern zählen Rudolf Wessely, Michou Friesz, Martin Schwab, Bibiana Zeller, Peter Simonischek, Peter Matic, Andrea Clausen, Erwin Steinhauer oder Chris Pichler. (APA)