Rio de Janeiro - Die Polizei von Rio de Janeiro hat bei bewaffneten Zusammenstößen mit mutmaßlichen Drogenbanden in fast zwölf Jahren mehr als 10.000 Menschen getötet. Die anhaltende Gewalt der Polizeikräfte und "außergerichtliche Hinrichtungen" zählten zu den größten Menschenrechtsproblemen in Brasilien, sagte Gewaltforscher Ignacio Cano von der Universität Rio am Montag der Zeitung "Estado de Sao Paulo". Unter dem seit Januar 2007 amtierenden Gouverneur von Rio, Sergio Cabral, habe es mit durchschnittlich 3,2 Todesopfern am Tag die meisten Toten gegeben.

Zwischen Jänner 1998 und November 2009 wurden amtlichen Statistiken zufolge 10.385 Menschen bei Polizeieinsätzen in Rio getötet. Nach Angaben von Menschenrechtlern sterben bei den Einsätzen von Sondereinheiten in den Elendsvierteln der Stadt häufig auch Unbeteiligte. Rio de Janeiro gehört zu den gewalttätigsten Bundesstaaten in Brasilien. Laut Justizministerium gibt es in dem lateinamerikanischen Land jedes Jahr mehr als 40.000 Morde, das sind durchschnittlich 23,8 pro 100.000 Einwohner. (APA)