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Zwischen 400 und 1.900 Burka-Trägerinnen leben in Frankreich.

Foto: Reuters/BAZUKI MUHAMMAD

Paris - Die konservative französische Regierungspartei "Union für eine Volksbewegung" (UMP) von Präsident Nicolas Sarkozy hat Sanktionen für Frauen verlangt, die in Frankreich den islamischen Vollkörperschleier, die Burka, tragen. Die betreffenden Musliminnen sollen keine Sozialbeiträge und Familiengelder und keinen Zutritt zu den öffentlichen Verkehrsmitteln mehr erhalten, sagte UMP-Sprecher Freceric Lefebvre.

"Wenn man eine gewisse Anzahl von Pflichten nicht erfüllt, insbesondere wenn man Verbote wie das Verbot der Burka nicht respektiert, wird eine gewisse Anzahl von Rechten gestrichen", betonte Lefebvre. Am Sonntag hatte bereits UMP-Generalsekretär Xavier Bertrand vorgeschlagen, dass man Frauen mit der Burka nicht die französische Staatsbürgerschaft verleihe. In diesem Sinne sprach sich auch der Elysee-Generalsekretär Claude Gueant aus. "Man kann es sich vorstellen, dass man keinen Schleier tragen darf, wenn man in die französische Nationalität eintreten will", sagte Sarkozys enger Mitarbeiter im Radiosender "Europe 1".

Mehrheit für Verbot

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IPSOS für das Wochenmagazin "Le Point" befürworten 74 Prozent der FranzösInnen ein eventuelles Gesetz zum Verbot der Burka. Bei den Sympathisanten der zentrumsbürgerlichen "Mouvement Democrate" (MoDem) von Francois Bayrou erreicht der Anteil der Befürworter sogar 75 Prozent, bei der rechtsextremen "Front National" (FN) von Jean-Marie Le Pen 74 Prozent und bei der UMP 69 Prozent.

Auf Distanz stellte sich unterdessen in der Frage Verteidigungsminister Herve Morin, Chef der zentrumsbürgerlichen Koalitionspartei "Nouveau Centre" (NC). Morin sprach sich für eine "Konsenslösung" des Burka-Problems aus und betonte, dass man das Tragen des Schleiers weder im Namen des Laizismus noch im Namen der Frauenrechte verbieten könne. "Es gibt viele andere Verletzungen der Frauenrechte, auf die wir nicht so sensibel reagieren", sagte der NC-Chef und nannte als Beispiele "Prostitution", "moderne Sklaverei" und "Gewaltakte der Ehemänner".

Ein Verbot der Ganzkörperverschleierung würde in Frankreich, wo fünf Millionen MuslimInnen leben, nach Schätzungen zwischen 400 und 1.900 Burka-Trägerinnen treffen. Präsident Sarkozy hat bereits betont, dass Trägerinnen der Burka in Frankreich "nicht willkommen" seien. Mitte Jänner kündigte Premier Francois Fillon (UMP) eine Parlamentsresolution gegen den Vollkörperschleier an. (APA)