Sechs Tage lang überlebte ein Baby unter Trümmern in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, dann konnten Helfer es retten. Das ungefähr eineinhalb Jahre alte Mädchen war lediglich mit Staub bedeckt, aber unverletzt. Die Krankenschwestern einer Klinik klatschten vor Freude, als das Baby am Montag bei ihnen eingeliefert wurde.

"Sie hat keine Verletzungen. Nur ein Kind kann sechs Tage lang in so einer Lage überleben", sagte eine Schwester, während sie das Baby liebevoll in ihren Armen hielt. Von den Eltern der Kleinen fehlt jede Spur. Sie sind in den Trümmern ihres Hauses vermutlich gestorben.

Derweil kümmerten sich Ärzte in einem israelischen Feldlazarett nahe der haitianischen Hauptstadt weiter um den acht Monate alten Jean-Louis Brahms. Er lag fünf Tage lang unter den Trümmern seines Hauses begraben, bis ihn die Rettungskräfte endlich fanden. "Wenn ich ihn ansehe, dann weine ich vor Freude. Ich glaube mehr an Gott als je zuvor", sagte seine Mutter. Auch ihr Mann und ihr älterer Sohn leben: Sie konnten vor dem Einsturz ihres Hauses am vergangenen Dienstag noch entkommen. (APA)