Wien - Chefinspektorin Angelika Schnell ermittelt weiter: Am 2. Februar geht die ORF-produzierte Krimiserie mit Ursula Strauss als unkonventionelle und trotz Träumereien beruflich sehr erfolgreiche TV-Ermittlerin in die zweite Staffel. Acht Folgen werden im Wochenrhythmus ausgestrahlt. Ab April wird bereits die dritte Staffel gedreht, je fünf Folgen mit Regisseur Michi Riebl und Andreas Kopriva. Beim ORF freute man sich bei der Präsentation der neuen Folgen am Montagabend über gute Quoten und eine erfolgreiche Eigenproduktion.

Hauptdarstellerin Strauss, die mit der Fernsehserie und zahlreichen Kinoproduktionen - darunter der Oscar-nominierte Film "Revanche" von Götz Spielmann - einen wahren Karriereschub erleben durfte, freut sich über die gute Resonanz der Serie und hofft auf Vorbildwirkung für Frauen bei der Polizei, wie sie vor Journalisten sagte: "Ich glaube und hoffe, dass das so ist." Am 3. Februar ist sie auch im ORF-Fernsehfilm "Live Is Life - Die Spätzünder" von Wolfgang Murnberger als aufmüpfige Krankenpflegerin zu sehen.

Vor Ort Recherchen

Für beide Rollen hat Strauss an Ort und Stelle recherchiert, schilderte sie: Um sich besser in Chefinspektorin Schnell hineinfühlen zu können, verbrachte sie Zeit mit der Polizeispezialeinheit Cobra, für "Live is Life" begab sie sich in ein Seniorenheim. Die Rolle der Oberschwester Marina in dem Murnberger-Film ist ihr ebenfalls ans Herz gewachsen, u.a. weil sie auch Fehler mache "und ein Mensch ist, der zu seinen Fehlern steht".

Auch in Zeiten der internationalen Awards für österreichische Kinoproduktionen will Strauss das Fernsehgeschäft künstlerisch auf keinen Fall minder bewerten: "Es hat beides Spannungsmomente", betonte sie. "Für mich gibt es keinen Unterschied in der Arbeit, ich nehme die Figur auch nicht weniger ernst, weil sie für das Fernsehen ist."

Hoffen aufs Ausland

Strauss wäre allenfalls bereit für Drehangebote aus dem Ausland, wobei sie die "Traumfabrik" Hollywood nicht als Maß aller Dinge sieht. Das europäische Kino sei "extrem spannend", insofern sei es für sie auch erstrebenswert, in "Deutschland, England oder Dänemark" zu arbeiten.

Dass sich Strauss als unkonventionelle TV-Inspektorin auch bei den Zusehern durchsetzen konnte, freut nicht zuletzt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Man habe gezeigt, "was wir mit den Gebühren und den Werbegeldern die wir haben, auf die Beine stellen kann. Wir sind sehr stolz auf dieses Produkt", sagte er bei der Präsentation.

Für den ORF bedeutete "Schnell ermittelt" auch ein strategisches Wagnis, schließlich wurde Staffel zwei schon gedreht, als die erste noch nicht einmal ausgestrahlt war. Der Flop blieb den Machern aber erspart. Im Gegenteil: Fans und Neulinge können die ersten Folgen bereits auf DVD erstehen, bevor die Fortsetzung jeweils Dienstags um 20.15 Uhr auf ORF 1 zu sehen ist. (APA)