Apple hat für den 27. Januar zur Vorstellung seines neuesten Produkts geladen. Während der Konzern gewohnt geheimnistuerisch keine Details preisgibt, erwartet die Grüchteküche einen Apple-Tablet. Dieses könnte sich als Frontalangriff auf Amazons E-Reader Kindle entpuppen. Denn Apple plant eine Zusammenarbeit mit dem Buchverlag HarperCollins, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderquellen.

Davon, dass das in diversen Spekulationen schon als iTable, iSlate oder iPad bezeichnete Apple-Tablet mit einem Touchscreen aufwarten wird, ist wohl auszugehen. Darüber hinaus wird wild spekuliert. War noch in der Vorwoche ein Zehn-Zoll-Gerät der Favorit, gibt es aktuell Stimmen, die eher ein Sieben-Zoll-OLED-Display erwarten.

Tablet für aufgewertete E-Books

Laut HarperCollins-CEO Brian Murray könnten E-Books, die durch Videos, Interviews mit Autoren und Social-Networking-Apps ergänzt werden, höhere Preise erzielen als die bisherigen elektronischen Buchversionen. Einer Schätzung zufolge sei es denkbar, bei aufgewerteten E-Books Neuerscheinungen um 15 bis 20 Dollar zu verkaufen statt um zehn Dollar, wie es aktuell bei neuen Bestsellern der Fall ist.

Dass ein Touch-Tablet mit Farbdisplay zur Präsentation aufgewerteter E-Books attraktiver wäre als ein monochromatisches E-Paper-Display, ist einleuchtend. Interessant ist in diesem Zusammenhang jedenfalls, dass bereits im Oktober 2009 ein Analyst prophezeit hatte, dass das Apple-Tablet mit eben diesem Vorteil ein Angriff auf Amazons Kindle DX werden könnte . Der Vertrieb der Bücher könnte entweder wie schon damals spekuliert über iTunes oder aber über einen eigens eingerichteten Store erfolgen.

Spezifikations-Spekulationen

Was die möglichen Spezifikationen des Apple-Tablets betrifft, gibt es unterschiedliche Meinungen. Jüngst kursierten Gerüchte, dass Apple den Markt für Zehn-Zoll-Touchscreens praktisch leergekauft habe. Doch Aaron Vronko, CEO des Gerätereparutur- und Aufwertungsservices Rapid Repair, hat gegenüber eWeek die Vermutung geäußert, dass eher mit einem Sieben-Zoll-Modell zu rechnen sei.

Diese kompakte Variante könnte demnach auf OLEDs als Display-Technologie setzen, was deutlich energiesparender als LCDs wäre. "Mit einem OLED-Display wäre ein Akku möglich, der halb so groß ist wie bei einem Netbook und doch für zehn und mehr Stunden Video-Wiedergabe reicht", sagt Vronko. Während Sieben-Zoll-OLED-Panelen bereits verfügbar seien, kämen sie im Zehn-Zoll-Format erst im Jahresverlauf auf den Markt. Apple werde also entweder nur ein Sieben-Zoll-Gerät vorstellen oder aber für das Zehn-Zoll-Modell eine andere Display-Technologie nutzen. (pte)