Foto: Andy Urban

Simon Brenner ist Ex-Kieberer und Privatdetektiv mit unorthodoxen Methoden und seit seinem ersten veröffentlichten Fall 1996 (Auferstehung der Toten) Hauptfigur in den Krimis von Wolf Haas sowie deren Ich-Erzähler. Letzterer ist eigentlicher Held der Romanreihe. Der Germanist Haas lässt ihn in einer schlamperten österreichischen Umgangssprache erzählen: mit verdrehter Syntax, falschen Flexionen, fehlenden Verben und zahlreichen "ding" - wie heißt das schnell - ja, Blankowort. Dafür gibt es normal einen Fleck in der Schule, in den Brenner-Büchern sorgt das Alltagsidiom dagegen für Heiterkeit. Nicht einmal der Kopfschuss in Das ewige Leben konnte Brenner umbringen, in Der Brenner und der liebe Gott (Hoffmann & Campe) tauchte er 2009 wieder auf. Genau wie der Ich-Erzähler, der das mit einer alten Redensart erklärt: "Meine Großmutter hat immer zu mir gesagt, wenn du einmal stirbst, muss man das Maul extra erschlagen." Beruflich ist Brenner jetzt Chauffeur für einen Münchner Baulöwen und die Chefin einer Abtreibungsklinik. Als deren Tochter nach einem Tankstopp plötzlich verschwunden ist, gerät auch Brenner in Verdacht. Heute belebt Autor Hass seinen Brenner selbst, lesend. (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 20. 1. 2010)